Mehr Transparenz, aber auch höhere Kosten

Monatliche Gas- und Stromabrechnungen möchte EU-Energiekommissar Günther Oettinger umsetzen.

LÜDENSCHEID ▪ Heute will EU-Energiekommissar Günther Oettinger einen Aktionsplan für mehr Energieeffizienz vorstellen. Ein Punkt dürfte den Energieversorgern schon jetzt Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Oettinger möchte statt einer jährlichen eine monatliche Abrechnung des Strom- und Gasverbrauchs für die Verbraucher. Enervie-Pressesprecher Uwe Reuter sprach von einem „dramatischen Aufwand“, der mit einer solchen Veränderung verbunden sei. „Wir haben 270 000 Kunden im Enervie-Versorgungsgebiet. Wenn wir das umsetzen, müssten intelligente Zähler in den Haushalten installiert und das gesamte Rechnungssystem umgestellt werden. Das wäre ein Mega-Projekt, das nicht kostenneutral zu stemmen wäre. Die von Herrn Oettinger gewünschte Transparenz wäre unweigerlich mit Mehrkosten verbunden“, ist Reuter überzeugt. „Aber wir müssen erst einmal abwarten, wie die Umstellung genau aussehen und in welchem Zeitrahmen sie erfolgen soll. Von heute auf morgen ist das jedenfalls nicht machbar.“

Bisher werden die Zähler in den Haushalten einmal im Jahr abgelesen und je nach Verbrauch die Abschläge errechnet. Günther Oettinger ist das laut einer dpa-Meldung zu wenig. „Wer Auto fährt, weiß, wie die Benzinpreise wo sind und wie viel sein Wagen auf 100 Kilometer verbraucht. Im Stromverbrauch oder bei der Wärme sind wir sehr wenig informiert und entscheidungsfähig.“

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