Mehr Ruhe, Platz und bessere Versorgung

Eine hochmoderne medizinisch technische Ausstattung und die Behandlung durch qualifiziertes Personal – hier Pflegedienstleiter Gert Ruwoldt – kennzeichnen die Arbeit auf der Zentralen Intensivstation des Klinikums.

LÜDENSCHEID ▪ 2800 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von vier Tagen wurden im vergangenen Jahr auf der Zentralen Intensivstation des Klinikums Lüdenscheid behandelt. Das Spektrum umfasst die Behandlung nicht-operativer Erkrankungen sowie die postoperative Betreuung von Risikopatienten bis hin zu neurologischen Behandlungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall.

Für Schlaganfall-Patienten ist ab sofort durch eine Erweiterung der Intensivstation mehr Platz geschaffen worden. Sechs zusätzliche Betten stehen dem Team um Dr. Sebastian Schimrigk, dem Klinikdirektor der Neurologie, künftig zur Verfügung. „Das hohe und gute Niveau, das wir damit geschaffen haben, trägt der zunehmenden Zahl von zu behandelnden Schlaganfällen Rechnung“, betonte Schimrigk am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Räume. Eine hoch qualifizierte Schlaganfallspezialeinheit – unter den Experten auch „Stroke Unit“ genannt – sei geschaffen worden. In Kooperation mit der Neurochirurgie und Radiologie stehen nach Angaben der Klinik alle modernen Techniken und Therapieverfahren zur Verfügung. Circa 700 Patienten mit Schlaganfall werden pro Jahr in der Klinik für Neurologie behandelt.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch die Erweiterung ergibt, ist die Behandlung schwer erkrankter Menschen, die über einen längeren Zeitraum von maschineller Beatmung abhängig sind. Klinikdirektor Professor Joachim Lorenz, Leiter der Inneren Klinik II, erklärte, in der Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin, werden jährlich mehr als 500 Beatmungsbehandlungen durchgeführt. Eine Beatmungsentwöhnung trete ein, wenn nach einer Beatmungsdauer von mindestens sieben Tagen drei Entwöhnungsversuche vom Beatmungsgerät scheiterten. Seit gut zehn Jahren habe sich das Klinikum als Zentrum der Intensiv- und Beatmungsmedizin etabliert. „Wir haben Patienten auch aus dem Rhein-Main-Gebiet, Aachen und Münster, die bei Verlegung zu uns im Mittel 37 Tage maschinell beatmet waren. Nur etwa 16 Prozent aller Patienten könne nicht geholfen werden.“

Durch die Erweiterung werde es künftig möglich sein, jährlich etwa 40 Entwöhnungspatienten unter optimalen Bedingungen zu betreuen. Mehr Ruhe im Tag- und Nacht-Rhythmus entstehe durch die erhöhte Bettenzahl auf der Intensivstation. Mit der verstärkten Professionalisierung und den damit optimierten Behandlungsmöglichkeiten verzeichne das Klinikum eine Ausstattung, die mancher Uni-Klinik überlegen sei, betonte Geschäftsführer Dr. Bernhard Schwilk.

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