Überangebot

Mehr Impfstoff als Impfwillige: Plötzlich tausende Termine im MK frei

Nach der Zuweisung von immer mehr Impfstoff bleiben Termine frei - auch im Märksichen Kreis.
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Nach der Zuweisung von immer mehr Impfstoff bleiben Termine frei.

Nach monatelangem Mangel gibt es im Kreis plötzlich mehr Impfstoff als Nachfrage – zumindest in den Impfzentren.

Lüdenscheid – Wie der Märkische Kreis auf Anfrage mitteilte, sind von 22 000 Impfterminen in dieser und in der nächsten Woche noch 15 500 frei. Der Kreis wirbt jetzt aktiv um Impfwillige – auch solche, die bereits einen Termin beim Hausarzt haben.

„Der große Nachfragedruck ist weg“, fasst Kreissprecher Alexander Bange die aktuelle Entwicklung bei den Corona-Impfungen im Märkischen Kreis zusammen. Stand Montag hatten 228 000 Märker ihre Erstimpfung erhalten. Das entspricht einem Anteil von 55,6 Prozent aller Einwohner. 41,5 Prozent sind sogar schon vollständig geimpft.

Nun lässt das Interesse langsam nach. Ob es an der Urlaubszeit, Impfskepsis oder an einem Informationsdefizit liegt, ist unklar. Fakt ist: Die Impfzentren in Lüdenscheid und Iserlohn haben zu Wochenbeginn mehr Impfstoff als Impfwillige. Wie Kreissprecher Bange erklärte, sind in dieser Woche noch 6 000 von 11 000 Impfterminen frei. In der kommenden Woche wurden erst 1 500 der freien 11 000 Impftermine gebucht. Bis zum 25. Juli warten nach Angaben des Kreises insgesamt 29 000 Dosen aufs Impfwillige.

Wie berichtet, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Personen, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna. Die Folge-Impfung soll frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung erfolgen. Derzeit gibt es rund 25 000 Personen im MK, die bei niedergelassenen Ärzten mit Vaxzevria (Astrazeneca) geimpft wurden. Ihnen machen nun auch die Impfstellen in Lüdenscheid und Iserlohn ein Angebot. „Das ist neu, denn bislang konnten über die KVWL-Hotline immer nur Termine für Erst- und Zweitimpfung gemeinsam gebucht werden“, heißt es beim Kreis.

Dr. Gregor Schmitz, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, wirbt bei dieser Zielgruppe für die Impfung im Impfzentrum. Er ist auch niedergelassener Hausarzt und weiß aus Erfahrung, dass viele niedergelassene Ärzte in den kommenden Tagen nicht über die notwendige mRNA-Impfstoffmenge verfügen. Er bittet aber auch: „Wer bereits einen Impftermin beim Hausarzt gebucht hat, der nicht mehr wahrgenommen wird, der soll ihn bitte unbedingt dort absagen.“

Termine können über die KVWL unter Tel. 0800 116117 02 oder online unter www.116117.de gebucht werden. Buchungen für das Impfzentrum Lüdenscheid sind auch auch über die kreiseigene Buchungsplattform unter t1p.de/vck6 möglich. Zudem kündigte Kreissprecher Bange noch für diese Woche Impf-Sonderaktionen an.

Mit der Tempoverschärfung beim Impfen will der Kreis der Ausbreitung der Delta-Variante zuvorkommen. Am Montag gab es 19 Delta-Indexfälle in Iserlohn (9), Hemer (6), Lüdenscheid (3) und Menden (1). Der Impfstoff ist da, jetzt fehlen noch die Impfwilligen.

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