Mehr Durchblick: Neue Fenster im Kreishaus

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Viel Glas im Innenhof: Während der Bauphase nahmen die Transportgestelle reichlich Platz ein.

Lüdenscheid - Wenn der Wind um die Ecken pfeift und durch undichte Fenster dringt, wird’s auf Dauer ziemlich ungemütlich. Nun hat das Lüdenscheider Kreishaus viele Ecken und erst recht viele Fenster. Zwar stehen Verwaltungsbüros eher für schlichte Zweckmäßigkeit denn für Komfort, aber das eine muss das andere nicht völlig ausschließen. Mit neuen Fenstern  ist die Kombination aus Sachlichkeit und Annehmlichkeit geglückt.

Die großformatigen Pappsets vor den Fenstern, mit denen sich Mitarbeiter vor unangenehmer Zugluft schützten, sind verschwunden. „Es ist spürbar angenehmer“, sagte Elke Olbrich-Tripp, Geschäftsführerin und Abgeordnete der Kreistagsfraktion der Grünen.

 Die Renovierung war eine mehrjährige Herausforderung. In drei Bauabschnitten tauschten Handwerkertrupps in den vergangenen drei Jahren rund 2100 Fenster aus. Hinzu kamen noch einige Nebentüren und die Verglasung des Haupttreppenhauses, die im Zuge der Sanierung gleich miterneuert wurden. 

Einige Restarbeiten wie der Austausch der Verglasungen in den Sitzungssälen und im Casino stehen noch aus. Finanziell kam der Märkische Kreis dabei gut weg: 2,4 Millionen Euro kostete der gesamte Aufwand inklusive einiger Nebenarbeiten wie die innen liegenden Fensterbänke und Sonnenschutzrollos.

 Aus dem „Kommunalinvestitionsförderungsprogramm“ des Landes erhielt der Kreis einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent. „Die Konzeption war für unser Vorhaben natürlich ideal“, unterstrich Manfred Fischer, Gebäudemanager des Märkischen Kreises. „Hätten wir die Sanierung aus Eigenmitteln finanzieren müssen, wäre das Projekt natürlich ungleich schwieriger geworden.“ 

Die Fensterelemente waren rund 30 Jahre alt, nicht thermisch getrennt, teilweise undicht und häufig bildete sich Tauwasser. „Bei dieser Förderchance musste der Kreis zugreifen“, sagte Martina Stenger, Geschäftsführerin der FDP-Kreistagsfraktion und Vorsitzende des Bauausschusses. Einen Eigenanteil von zehn Prozent könne man durchaus verkraften, zumal sich die neue Verglasung auch kostensenkend auf den Energieverbrauch auswirken werde. „Wir sind auf die Ergebnisse gespannt.“ Ein weiterer positiver Aspekt der Sanierung: die Emissionen dringen kaum noch in die Büros. „Der Lärm von der viel befahrenen Heedfelder Straße ist praktisch nicht mehr zu hören“, weist Fischer auf einen weiteren Vorteil hin. 

Mit dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG) stellte der Bund insgesamt sieben Milliarden Euro zur Stärkung der finanzschwachen Kommunen zur Verfügung. Vom Anteil des Landes entfielen mehr als 500 Millionen Euro auf die Bezirksregierung Arnsberg. „Hätten wir uns an dem Programm nicht beteiligt, wäre alles falsch gelaufen.“ Insgesamt blickt der Gebäudemanager auf ein überwiegend reibungsloses, aber logistisch aufwendiges Projekt hin. „Die Sanierung erfolgte im laufenden Betrieb.

 Für die Umbauphase mussten die Büros geräumt und entsprechender Ersatz gefunden werden. Parallel galt es, die Liefertermine für die Fenster einzuhalten.“ Etwas erleichtert wurde das Prozedere durch die Tatsache, dass die Fensteröffnungen überwiegend identisch sind. Das Erdgeschoss weiche von der gängigen Höhe ab, was dem Haupteingang geschuldet sei. „Aus dem gesamten Haus gibt es nur positive Rückmeldungen“, so Martina Stenger. 

Wie in das Verwaltungsgebäude werde auch in die anderen kreiseigenen Immobilien kontinuierlich investiert. Ende vergangenen Jahres beschloss der Kreis die Einführung eines Energiespar-Contractings. Kernpunkt ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Denn mit dem Austausch der Fenster alleine ist es nicht getan. Der Heizkessel im Kreishaus kommt mittlerweile ebenfalls auf eine Betriebsdauer von 30 Jahren. „Der muss auch erneuert werden.“

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