Mehr Chancen für Behinderte

Sie beweisen vollen Einsatz: Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme haben für das SOS-Kinderdorf jetzt ein buntes Knusperhaus gebaut. Mit auf dem Bild: Vertreter der Inab, des Kinderdorfs und der Agentur für Arbeit. ▪ Schmidt

LÜDENSCHEID ▪ Trotz der Bemühungen von vielen Seiten – als Mensch mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß zu fassen, ist kein Zuckerschlecken. Doch es gibt zumindest einige Projekte, die konkrete Hoffnungen wecken. Eines davon trägt das Kürzel InbeQ und ist eine Initiative der Agentur für Arbeit.

Hinter den fünf Buchstaben verbirgt sich ein zunächst etwas sperrig anmutender Begriff: Individuelle betriebliche Qualifizierung und Eingliederung. Es geht dabei darum, Menschen mit Lernbehinderungen, leichteren geistigen Behinderungen oder psychischen Störungen mittels gezielter Unterstützung in ein Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Zu diesem Zweck kooperiert die Arbeitsagentur mit der Bildungs- und Beschäftigungsgesellschaft Inab an der Sedanstraße, aber auch mit anderen Organisationen wie der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA). Die seit 2009 existierende Maßnahme greift in der Region speziell für Lüdenscheid und Iserlohn.

In Lüdenscheid stehen bei Inab momentan zehn, in Iserlohn acht zumeist junge Erwachsene in der Qualifizierungsphase, bei der es sich nicht um eine Ausbildung, sondern um eine reine Fördermaßnahme handelt.

Zielgruppe sind dabei Menschen, „die zu stark für eine Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt, aber zu schwach für den regulären Arbeitsmarkt sind,“ so Susanne Reich, Qualifizierungstrainerin bei der Inab.

Der Ablauf sieht dabei so aus: An einem Tag in der Woche werden die Behinderten bei der Inab trainiert und betreut. An vier Tagen pro Wochen arbeiten sie dann direkt in heimischen Betrieben. Das Spektrum umfasst dabei viele Branchen – vom Altenheim bis zur Baufirma.

Die Verweilauer der Teilnehmer in der Qualifizierungsmaßnahme beträgt bis zu zwei Jahren. Die Unternehmen müssen dabei nicht zahlen, die Kosten übernimmt die Arbeitsagentur. Die Behinderten erhalten gut 200 Euro pro Monat. Dazu kommen mitunter Hartz- oder Wohngelder. Viele der Betroffenen leben auch noch bei ihren Familien.

Klares Ziel der Maßnahme ist es, den Behinderten bei besagten heimischen Betrieben auch dauerhaft ein Beschäftigungsverhältnis zu ermöglichen. „Wir sind da eigentlich guter Hoffnung“, so Sabine Kowalewski von der Agentur für Arbeit.

Unternehmen, die Qualifizierungsplätze anbieten wollen, können sich unter den Lüdenscheider Rufnummern 4 32 99 36 (DAA) oder 6 61 16 17 (Inab) melden. ▪ Sebastian Schmidt

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