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Spritpreise im MK schocken Pendler und Lkw-Fahrer - mehr als 2 Euro pro Liter

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Von: Jan Schmitz

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Autofahrer staunten am Mittwochmorgen nicht schlecht. An einigen Tankstellen in Lüdenscheid zeigten die Preistafeln enorme Preissprünge beim Spritpreis gegenüber dem Vortag an. Super Plus kostete beispielsweise an der Aral-Tankstelle an der Werdohler Straße mehr als 2 Euro, (2,049 Euro um 9.10 Uhr), Diesel 1,649 Euro.

Dass die Spritpreise zuletzt stark anzogen, hat mehrere Gründe. Mit den Ideen einer neuen möglichen Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP zum Klimaschutz haben die hohen Preise für Diesel, Benzin und SuperPlus aber nichts zu tun, auch wenn dies bei Beiträgen in sozialen Netzwerken immer wieder unterstellt wird. Die aktuelle Entwicklung geht vielmehr auf Beschlüsse der aktuellen Regierung aus CDU/CSU und SPD zurück, wie Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV).

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner71.911

Mehr als 2 Euro pro Liter: Spritpreis-Sprung im MK schockt Pendler und Lkw-Fahrer

Demnach hat der Gesetzgeber Anfang 2021 als Klimaschutzmaßnahme einen Aufschlag für fossile Energien in Höhe von 25 Euro je Tonne Kohlendioxid eingeführt. Laut MWV sind derzeit rund sieben Cent des Spritpreis-Anstiegs mit diesem Aufschlag verbunden. Die nächsten Schritte der sogenannten CO2-Bepreisung stehen bereits fest und sorgen auch in Zukunft für Preissteigerung beim Sprit. Drei weitere Cent lassen sich mit dem seit Januar wieder erhöhten Mehrwertsteuersatz erklären. Der überwiegende Rest lässt sich laut MWV-Hauptgeschäftsführer auf den stark gestiegenen Ölpreis zurückführen.

Die Spediteure und die Pendler haben - wollen sie nicht auf andere Verkehrsmittel umsteigen - mit ihren Fahrzeugen keine andere Wahl als die höheren Spritpreise zu schlucken. Ein Grund für die zuletzt stark angestiegene Teuerungsrate sind vor allem die erhöhten Preise für Energie. Mit dem Überschreiten des symbolischen 2-Euro-Werts für ein Liter Benzin (wenn auch nur für das eher selten getankte Super Plus) ist am Mittwoch eine neuer Höchstwert in der Preisspirale in der Region erreicht worden.

Dabei hat sich die Dynamik der Preise an der Zapfsäule noch einmal verschärft. Gerade einmal 14 Tage ist es her, dass unsere Zeitung über neue Höchststände an den Lüdenscheider Tankstellen berichtete. Damals wurde in Einzelfällen ein Dieselpreis von 1,50 Euro erreicht. Konkret dokumentiert wurde am 5. Oktober ein Preis von 1,479 Euro pro Liter Diesel an der Jet-Tankstelle an der Brückenstraße. Im April 2020 hatte dort Diesel nur 98,9 Cent gekostet. Eine Tankfüllung mit zum Beispiel 60 Litern Diesel kostet da schon einmal im Vergleich zu vor anderthalb Jahren 100 statt 60 Euro. Ein Plus von 66 Prozent.

Firmen mit größeren Fahrzeugflotten, aber auch Handwerksbetriebe aus dem Märkischen Kreis kündigten bereits vor zwei Wochen an, die gestiegenen Preise für Diesel und Benzin auf ihre Rechnungen aufschlagen zu müssen. In Altena berichteten Tankstellen-Betreiber von aggressiven Autofahrern, die den Tankstellen die Schuld für die hohen Preise in die Schuhe schieben.

Noch einmal rund zehn Cent teurer als die Preise an den Tankstellen in der Lüdenscheider Innenstadt sind die Preise an den beiden Tankstellen auf den Rastplätzen Sauerland-Ost an der A45. In Einzelfällen und zu bestimmten Uhrzeiten kostet der Liter Diesel dort derzeit mehr als 1,85 Euro. Für viele Lkw-Fahrer ein Grund, von der A45 abfahren und abseits der Autobahn zu tanken.

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