Mehr als 1500 tanzen in der Schützenhalle

LÜDENSCHEID – Holzbänke auf Parkettboden in einer Schützenhalle? Und dort soll die „Electronic Nation“ steigen? Absolut richtig! Wenn auch der vordere Teil der Halle am Loh am Samstag recht dunkel blieb, mussten sich die hineinpilgernden Gäste trotzdem über die rustikale Einrichtung zu einer Elektro- und Techno-Party wundern. Einige lange Holztische mit Bänken hatten die Organisatoren für die müden Raver aufgestellt, die das Angebot dankend in Tanzpausen annahmen.

Der Popcorn- und Verpflegungsstand am Rand der Tanzflähe, nicht weit von den Tischen, machte das merkwürdige Bild komplett und wirkte irgendwie fehl am Platz.

Doch spätestens vor der Bühne und bei Hören der dröhnenden Bässe muss jedem Besucher klar gewesen sein, dass das kein Schützenfest ist, sondern die „Electronic Nation“. Reichlich DJ-Equipment, riesige Boxen und eine monströse Lichtanlage räumten jeden Zweifel aus. Von einer Bierzelt-Atmosphäre war die Location daher weit entfernt: House und Techno vom Feinsten erwartete die Gäste und DJs, die die Stimmung über Stunden anheizten.

Mit der Technik spielten im Laufe des Abends am DJ-Pult bekannte Namen wie „Moguai“, Ante Perry, „Frank Sonic“ und „Phil Curse“ und „Vinylsurfer“. Das Set von Headliner DJ „Moguai“ sorgte besonders für Tanzvergnügen unter den Zuschauern. Nach dem recht House-lastigen und ruhigen Beginn der Party durch die DJs Ante Perry und „Interplay“, sorgte „Moguai“ alias André Tegeler für harten Techno-Sound – zunächst mit einprägsam simplen Patterns, die im Laufe seines zweistündigen Sets immer ausgefeilter wurden. Der gelegentliche Sprechgesang, der mittendrin das Publikum zum Mitmachen anfeuerte, war zwar zur Unterstützung kaum nötig, heizte die Stimmung aber weiter auf. Gegen Ende April wird der Star-DJ Moguai seine Tour durch England mit einem Abstecher nach London starten. Genug Zeit um vorher in Lüdenscheid vorbeizuschauen, blieb aber noch.

Das beachtliche Lineup sorgte bereits im Vorfeld weit über die Grenzen des Märkischen Kreises für Wirbel und Aufmerksamkeit. Verständlich, dass da die Besucherzahlen mehr als vorzeigbar waren. In Schwung kam die Party wohl auch daher schon früh: Die sonst so scheuen Nachtschwärmer schlugen schon vor 22 Uhr zahlreich auf. Gegen 22.30 Uhr dann stauten sich die Massen vor den Türen und sorgten für großes Getümmel vor der Bühne.

Die Afterhour zum erfolgreichen Elektro-Abend fand ab 6 Uhr im Johnny Mauser statt. Wer es bis dahin durchhielt, musste allerdings ein hartgesottener Raver sein oder nur halbherzig getanzt haben. Denn genügend Gelegenheit und gute Musik, um sich kaputt und müde zu tanzen, gab es davor bereits genug. ▪ karl

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