Megatec startet als Gerhardi-Tochter durch

Blicken für Megatec optimistisch in die Zukunft: (v.l.) Hans-Peter Zöllig, Martin Buchheister, Patrick Ferber, Dr. Martin Plappert und Thomas Dinter.

LÜDENSCHEID - Eine echte Erfolgsstory konnte der Lüdenscheider Rechtsanwalt Martin Buchheister gestern auf LN-Anfrage erzählen: Als Insolvenzverwalter ist es ihm mit seinem Kollegen Dr. Martin Plappert gelungen, die im Mai in die Insolvenz gestürzte Megatec Formenbau GmbH so durch das Verfahren zu bringen, dass das Unternehmen am 1. Dezember als Megatec Kunststofftechnik GmbH durchstarten konnte.

Alle Stamm-Arbeitsplätze wurden mit dieser Rettung erhalten, inzwischen zählt die Belegschaft mit 18 Beschäftigten sogar mehr als vor der Insolvenz. Die Mehrheitsanteile liegen seit der Veräußerung Ende November jetzt bei der Gerhardi Kunststofftechnik GmbH, die vor der Insolvenz zu den größten Megatec-Kunden zählte. Allerdings betonte Gerhardi-Vorstandsmitglied Thomas Dinter gestern ausdrücklich, dass die neue Megatec-Geschäftsführung mit Patrick Ferber und Hans-Peter Zöllig am Römerweg heute ein operativ und rechtlich eigenständiges Unternehmen führt.

Das größte Kompliment machten alle Beteiligten der Belegschaft: „Die Mitarbeiter haben diesen Erfolg in der schwierigen Übergangsphase durch enorme Einsatzbereitschaft und Flexibilität erst möglich gemacht“, sagte Buchheister. Betriebsleiter Hans-Peter Zöllig, der jetzt zur Geschäftsführung zählt, sei dafür ein gutes Beispiel. Dr. Plappert dankte zudem allen Kunden, die in der Krise zu Megatec gehalten hatten. Die frühere Besitzerfamilie sei indes aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Die Idee zu dem neuen Konzept hatte Patrick Ferber als Geschäftsführer der Thermoform Kunststofftechnik GmbH & Co KG. „Als wir von der Megatec-Insolvenz erfuhren, waren wir zunächst sprachlos“, berichtete Ferber. Denn Thermoform habe mit Megatec eng zusammengearbeitet, zählte somit jählings auch zu den Hauptgläubigern. Weil Ferber aber das Potenzial der Firma erkannte, nahm er Kontakt zum Insolvenzverwalter und zu Thomas Dinter auf. In offenen Gesprächen sei dann das Modell zur Neuaufstellung von Megatec entstanden, das sich schließlich unter anfangs 15 Interessenten durchsetzte. „Wir hatten aussagekräftige Unterlagen, eine hoch motivierte Belegschaft, eine gute maschinelle Ausstattung und ein enormes Knowhow in der Zwei-Komponenten-Technologie“, beschrieb Thomas Dinter die Ausgangslage.

Für Buchheister und Plappert wiederum war die Tatsache wichtig, dass es sich bei allen Beteiligten an der Neuaufstellung um arrivierte heimische Unternehmen handelt, die für eine langfristige Sicherung des Standortes und der Beschäftigung standen.

Ferber und Zöllig stellten gestern denn auch fest: „Wir sind gut aufgestellt und können jetzt strategisch wachsen.“ So sollen die derzeit noch bis zu sieben Leiharbeitsplätze in absehbarer Zeit durch feste Arbeitskräfte ersetzt werden.

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