M+E-Arbeitgeberverband sieht Tal durchschritten

LÜDENSCHEID - Nicht nur die heimischen Metall- und Elektrofirmen, sondern auch ihr Lüdenscheider Arbeitgeberverband (AGV) haben das Krisenjahr 2009 deutlich zu spüren bekommen. Von Ende 2008 bis Ende 2009 stürzte die Zahl der in Verbandsunternehmen Beschäftigen von 25 600 auf 24 000 ab. Dies war nach einem Sinkflug, der zuvor zehn Jahre lang fast ungebremst angehalten hatte, die niedrigste Beschäftigten-Zahl seit 30 Jahren. Im jüngsten Krisenjahr gab es noch einmal einen kräftigen Knick nach unten – um 6,2 Prozent.

Diese Zahlen veröffentlicht der AGV in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift „Kurs 2010“ – und betont darin zugleich, dass „der Tiefpunkt erreicht“ sei: Der erkennbare Aufschwung werde auch wieder eine positive Beschäftigungsentwicklung bewirken. Dass der heimische Raum trotz allem als widerstandsfähig gelten darf, macht zudem der 30-Jahres-Vergleich deutlich, den der AGV ebenfalls angestellt hat.

Demnach lag die Beschäftigung in den Mitgliedsfirmen Anfang 2010 um mehr als 15 Prozent niedriger als noch 1980 – wobei hier die Rationalisierung in den Betrieben die Hauptrolle gespielt haben dürfte. Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen liegen die Lüdenscheider aber hervorragend: Landesweit ging die verbandsgebundene Beschäftigung in den 30 Jahren um knapp 30 Prozent zurück.

Wieder ins Jahr 2009: Hier sackte auch die Auslandsbeschäftigung durch heimische AGV-Betriebe kräftig ab. Fast 11 000 Menschen außerhalb Deutschlands standen bei Lüdenscheider AGV-Arbeitgebern noch Ende 2008 in Lohn und Brot, ein Jahr später waren es 9 800. Interessant hierbei: Betriebe mit Auslandsbeschäftigung bauten laut der AGV-Statistik im heimischen Raum im Schnitt weniger Arbeitsplätze ab (5,22 Prozent) als Unternehmen, die nur hier produzieren (7,27 %).

In seinem „Kurs“-Vorwort beschreibt Hans Ulrich Volz, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes M + E Lüdenscheid, dass die Flexibilität des Flächentarifvertragssystems dazu beigetragen habe, „die ersten Stöße des Orkans abzufangen“. Öffnungsklauseln in Tarifverträgen und der Umstieg auf die Kurzarbeit führten laut Volz dazu, dass zwei Drittel des Beschäftigungs-Rückgangs abgefangen werden konnten. Im 100. Jahr blicke der heimische AGV trotz Krise stolz auf stabile Mitgliederzahlen – bei Betrieben wie Beschäftigten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare