Waldlichtung am Heerwieser Kopf

McDonald's-Müll im Schutzgebiet: Illegale Feiern ärgern Anwohner

So vermüllt sieht es nach Erfahrungen der Nachbarn auf der Waldlichtung am Heerwieser Kopf nach Jugendpartys mehrmals monatlich aus.

Lüdenscheid - Eine Waldlichtung am Heerwieser Kopf hat sich zu einer beliebten Partymeile für Jugendliche entwickelt. Immer häufiger finden Anlieger und Spaziergänger Abfälle, leere Flaschen, Scherben und sogar Feuerstellen.

Ein Nachbar, der aus Angst vor Vergeltungsaktionen der Jugendgruppe namentlich ungenannt bleiben will, schlägt jetzt Alarm. 

Aber der Lüdenscheider räumt auch auf: Fast einen ganzen Sack voller Müll habe er nach dem jüngsten Gelage vom vergangenen Wochenende eingesammelt, berichtet der Anlieger. „Eine Jägermeister-Flasche war dabei, drei Wodka-Pullen, eine leere Kiste Hansa-Pils, große Energy-Drink-Plastikflaschen, dazu haufenweise Essensreste in Mc-Donald's-Schachteln und jede Menge Scherben.“ 

Weil die Lichtung am Heerwieser Kopf, früher Truppenübungsgelände der belgischen Garnison, recht abgelegen ist, fühlten sich die Partymacher vergleichsweise sicher, sagt der Beobachter. Am Wochenende seien es zehn junge Leute im Alter von etwa 16 Jahren gewesen. 

Gleichzeitig sorgt er sich um die Sicherheit wild lebender Tiere. „Bei meiner letzten Aufräumaktion habe ich zehn Rehe gesehen, der Heerwieser Kopf ist Rückzugsgebiet für Tiere.“ Und wenn Rehe Flaschenscherben verschluckten, sei ihnen ein langer qualvoller Tod sicher. 

Gefahr droht nach den Worten des Anliegers durch offene Feuer. Er habe angekohlte Holzscheite auf den Wegen gefunden, „als ob die Partygemeinde einen Fackelzug in Richtung McDonald's veranstaltet habe“. Vor zwei Jahren habe es bereits einmal einen Brand auf der Lichtung gegeben. 

Der Stadtverwaltung sei bekannt, „dass da gefeiert wird“, sagt Stadt-Pressesprecher Sven Prillwitz. Eine massive Beschwerde über Vermüllung am Heerwieser Kopf sei zuletzt im Mai erhoben worden. „Danach hat der STL aufgeräumt.“ 

Außerdem sei die Corona-Streife des Ordnungsamtes mehrfach vor Ort gewesen, habe bei ihren Einsätzen aber keine akuten Verstöße festgestellt. Besonderen Wert misst die Stadt angesichts der Trockenheit dem Verbot von offenem Feuer, Grillen und Rauchen bei, so Prillwitz weiter. 

Aber vorbeugend seien dort keine Maßnahmen möglich. „Es handelt sich um öffentliches Gelände, wir können nicht den ganzen Wald einzäunen.“ 

Eine Handhabe gebe es nur, wenn die Partygemeinde in flagranti erwischt wird.

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