Spielzeiteröffnung

Paten für "Corridors of Power"

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Matthias Wagner und Asef Nemati sind Kulturpaten für das Projekt.

Lüdenscheid - Das Festival zur Spielzeiteröffnung des Kulturhauses beginnt am Freitag, 31. August, mit einer modernen Umsetzung der Verdi-Oper „Don Carlos“. Mit der Inszenierung, die unter anderem im Hinblick auf das Einbinden von kulturinteressierten Menschen sowie Flüchtlingen neue Wege beschreitet, möchte Kulturhausleiterin Rebecca Egeling ein Zeichen setzen für ambitionierte und innovative Bühnenprojekte im Kulturhaus.

In die Produktion des „Don Carlos – Corridors of Power“, die in der Bergstadt ihre Premiere feiern wird und danach in der Floralienhalle im belgischen Gent beim renommierten Flandern-Festival zu sehen ist, werden kulturinteressierte Lüdenscheider als Kulturpaten mit eingebunden, die einen hautnahen Einblick in die Produktion bekommen. Einer von ihnen ist der in Köln geborene und seit mehr als 40 Jahren in Lüdenscheid lebende Lehrer Matthias Wagner.

Asef Nemati, ein ausgebildeter Schauspieler, der vor rund vier Jahren aus dem Iran nach Lüdenscheid gekommen ist, sollte eigentlich bei der Produktion als Darsteller mitwirken, doch ein kürzlich unterschriebener Ausbildungsvertrag führte dazu, dass er die Produktion lediglich als Gast und ebenfalls als Pate begleitet.

Beide besuchten gemeinsam die Proben für „Don Carlos“ in Nottuln bei Münster und verschafften sich vor Ort einen Einblick in die Umsetzung der aufwendigen Opernproduktion. „Auch ich habe früher Musicals mit meinen Schülern am Bergstadt-Gymnasium inszeniert, aber die Perfektion, die ich dort gesehen habe, konnten wir natürlich nie erreichen“, schwärmt Matthias Wagner.

Rebecca Egeling lernte er im Rahmen des Projektes „Ge-Denk-Zellen“ im Alten Rathaus kennen, das Egeling sehr schätzte. „Sie fragte mich, ob ich als Kulturpate für ,Don Carlos’ fungieren möchte, und da ich ein sehr kulturinteressierter Mensch bin, habe ich gerne zugesagt.“ Bei den Proben in Nottuln waren die Hauptrequisiten der Aufführung bereits aufgebaut. „In der Oper geht es ja um die Frage, was Macht mit uns macht“, erklärt Wagner: „Zum einen kann sie uns beflügeln, zum anderen aber auch das gesellschaftliche Leben zerstören und das Sterben und Flüchten vieler Menschen verursachen, wie es derzeit gerade der Fall ist.“

Somit stellen Regisseur Bernd Schmitt und Bühnenbildnerin Birgit Angele nicht nur mit der Inszenierung an sich, sondern auch mit den Bühnenbauten einen naheliegenden Bezug zur heutigen Zeit her. „Zum einen wurde als Symbol der Macht ein Tiger-Panzer realistisch und dreidimensional nachgebaut“, erklärt Wagner. Als zweites Ausstattungsdetail fungiert ein zweidimensional dargestelltes Rehkitz, das als Projektionsfläche für Handlungsabläufe, unter anderem in Form von Videosequenzen, dient: „Beide Bauten konnten wir vor Ort bestaunen.“

Asef Nemati ist derweil angesichts der Probeneindrücke gleich doppelt traurig, dass er an der Produktion nicht aktiv mitwirken kann. „Nach meiner Schauspiel-Ausbildung im Iran ist Theater für mich mehr als ein Hobby, ich kann nicht ohne Theater und Schauspiel leben“, sagt Asef.

Er nutzt sein Talent und singt im Lüdenscheider Männerchor. Bei den Stadtrauminszenierungen war er ebenfalls dabei. Wagner und Nemati sind gleichermaßen gespannt auf die eigenwillige Operninszenierung.

Tickets für die Premiere kosten zwischen 21,50 und 27,50 Euro, ermäßigt 11,50 bis 15,50 Euro plus Gebühren. Sie sind an der Theaterkasse und im LN-Ticketshop im Medienhaus an der Schillerstraße erhältlich.

Bei der Aufführung handelt es sich um eine Kooperation mit dem Landesjugendorchester NRW und dem Verein Zukunft Kultur, die internationales Niveau erreichen soll. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Kultur des Landes, die Kunststiftung NRW, das Kultursekretariat Gütersloh, den Landschaftsverband Rheinland sowie Bayer Kultur.

Das Programm der Spielzeiteröffnung:

Freitag, 31.08., 18 Uhr: Don Carlos / Oper von Verdi

Samstag, 1. 9, 16 Uhr: Der Grüffelo / Kindertheater

Samstag, 1.9., 20 Uhr: Marian Heuser & Sascha Thamm / Kleinkunst

Samstag, 1. 9., 22 Uhr: Party mit Outa Rim

Sonntag, 2. 9., 16.30 Uhr: Lesung mit Texten über die Schauspielreihen

Sonntag, 2. 9. , 18 Uhr: Einführung in die Sinfoniekonzerte

Sonntag, 2. 9., 19.30 Uhr MJO

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