Wünsche auf beiden Seiten

Dr. Matthias Heider besucht Jugendmigrationsdienst der Awo

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Dr. Matthias Heider (rechts), Bundestagsabgeordneter der CDU, besuchte den Jugendmigrationsdienst der Awo. Der Parlamentarier nahm eine Reihe von Fragen und Anregungen mit.

Lüdenscheid - Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Dieser Satz prägt seit Jahren die öffentliche Debatte. Im Familienzentrum der Awo bietet der Jugendmigrationsdienst Sprachkurse und praktische Hilfen an, damit sich die jungen Männer und Frauen in neuer Umgebung und Kultur zurechtfinden.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider nahm bei seinem Besuch nicht nur interessante Eindrücke, sondern eine ganze Reihe von Fragen und Wünschen mit. Erster Wunsch von den Kursleiterinnen Martina Margeit und Magda Marciejewska: „Wir benötigen dringend Praktikumsplätze für die jungen Menschen, damit sie auch die Praxis in den Betrieben lernen.“ Heider versprach, diese dringende Bitte bei Gesprächen mit heimischen Unternehmern vorzutragen. 

Die internationalen Kurs-Teilnehmer rückten ihre ganz persönlichen Anliegen in den Mittelpunkt. „Warum kann meine Familie nicht nach Deutschland kommen?“, wollte beispielsweise ein junger Syrer wissen, dessen Eltern und Bruder in der schwer zerstörten Stadt Homs leben. 

Zur Erinnerung: Nachdem der Familiennachzug eine ganze Zeit ausgesetzt war, dürfen seit August 1000 Flüchtlinge pro Monat zu Familienangehörigen mit eingeschränktem Schutzstatus nachziehen. Das sind Menschen, bei denen man davon ausgeht, dass sie nicht lange in Deutschland bleiben werden, denen aber Gefahr im Herkunftsland droht. Viele Syrer fallen in diese Kategorie. Heider sagte zu, sich um diesen Fall zu kümmern. „Manchmal hilft es, wenn der Abgeordnete nachfragt.“ 

Ein Flüchtling aus Guinea regte an, auch Deutsch als Unterrichtssprache in Afrika einzuführen. „Dann wäre vieles einfacher.“ 

Schnellere Entscheidungswege hatte die Awo selbst ganz oben auf ihren Wunschzettel geschrieben. Angebote würden häufig infrage gestellt und die notwendigen Mittel zurückgestellt. Betriebsleiterin Susanne Jakoby: „Das macht natürlich die Personalplanung schwierig.“ Ein großes Lob gab es für eine Entscheidung des Kreises: „Das endlich beschlossene Sozialticket hat wirklich viel gebracht. Es wird von den Betroffenen sehr stark nachgefragt.“ Jetzt wären noch bessere Verknüpfungen hilfreich. Heider: „Die Integration in der ländlichen Region ist sicher schwierig.“

Aber nicht unmöglich: Zum Ende des gestrigen Kurstages wurde einem Kursteilnehmer eine Ausbildungsstelle angeboten, nachdem er im Betrieb ein Praktikum absolviert hatte. Martine Margeit: „Das ist für alle Bestätigung und Motivation weiterzumachen.“

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