Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt: Nicht jeder trägt Maske

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Auf dem Wochenmarkt herrscht Maskenpflicht, und das wird auch kontrolliert.

Lüdenscheid -  Beobachtungen an einem ganz typischen Markttag, bei bestem Wetter – trocken und nicht zu heiß – zeigen, dass die Disziplin beim Tragen der Masken in Lüdenscheid recht hoch ist.

Einkaufen in Corona-Zeiten bedeutet Maskenpflicht – das gilt auch auf dem Lüdenscheider Wochenmarkt, und zwar sowohl für die Kunden als auch für die Händler, sofern sie keine Trennwände an ihren Ständen haben.

Die meisten Marktbesucher und Händler trugen am Samstag des LN-Rundgangs ihre Masken und nur wenige von ihnen hatten ihre Nasen nicht bedeckt. Auch wenn gerade die Fälle, in denen Masken nicht getragen werden und mit angeleckten Fingern an Obst- und Gemüse gegriffen wird, auffällig sind und dem Beobachter den Appetit auf Waren vom Markt in diesen Zeiten verderben mögen – sie sind die Ausnahme, wie rund zwei Stunden Bummeln auf dem Markt zeigen.

„Die Leute haben sich dran gewöhnt“, sagt Hans Werner Müller, Vorsitzender der IG Wochenmarkt, aber ganz ohne Kontrollen gehe es nicht, denn sonst machten sich Nachlässigkeit oder einfach auch Gedankenlosigkeit breit.

Die Streifen des Ordnungsamtes drehen regelmäßig ihre Runden – samstags zwischen 10 und 14 Uhr und mittwochs zwischen 10 und 15 Uhr – und achten bei Kunden und Händlern darauf, dass die Masken getragen werden und sowohl Mund als auch Nase bedeckt sind. Müller selbst hat auch ein Auge drauf, dass die Händler die Regeln beachten, wenn er morgens seine Runde dreht.

Dabei stellt er auch Aufsteller mit dem Hinweis auf die Maskenpflicht auf. Die Schilder, die von der Stadt Lüdenscheid verteilt wurden, um auf die Maskenpflicht hinzuweisen, seien nicht gerade wetterfest gewesen, berichtet Müller. Also habe die Interessengemeinschaft selbst inzwischen in zwei auffällige Aufsteller investiert. Auch die Stadt werde nachbessern, sagte Pressesprecherin Marit Schulte auf Anfrage. Es sollen in Kürze weitere stabile und wetterfeste Aufsteller angeschafft werden, damit an allen Zugängen zum Markt deutlich auf die Maskenpflicht hingewiesen werde.

Aber es gibt sie durchaus, die Ausnahmen: die Unverbesserlichen, die auch in Zeiten einer Pandemie ohne nachzudenken die Masken am Stand herunterziehen, zum Probieren in die Auslagen greifen und sich Obst, Trockenfrüchte oder anderes in den Mund stecken. Zu sehen sind auch Menschen, die offenbar konsequent ohne Maske unterwegs sind. Sie fassen ungeniert in die Körbe mit Obst und Gemüse und begrüßen Freunde oder Bekannte direkt neben dem Stand mit Küsschen auf Wange oder Hand. Nicht jeder Verkäufer interveniert und auch der eine oder andere Händler „vergisst“ es hin und wieder, die Maske nach der Zigarettenpause wieder aufzusetzen oder die Nase mit zu bedecken.

Immer wieder ist aber auch zu sehen, wie sich die Mitarbeiter hinter den Ständen gegenseitig darauf aufmerksam machen, wenn jemand die Maske nicht richtig trägt. Auch Kunden werden darauf hingewiesen – und sei es nur durch eine Geste, die das Hochziehen der Maske nachahmt.

Ein Marktbesucher, der ohne Maske wartend an der Seite steht, sagt, er habe die Maske bewusst nicht aufgesetzt: „Wir sind doch draußen und es ist windig.“ Aber wenn er zu einem Stand gehe, setze er sie auf, sagt er. 

Das Probieren sei in der Tat ein Problem, heißt es am Obst- und Gemüsestand Diril, denn für viele Kunden gehöre das auf dem Markt einfach dazu. Die Händler versuchen das zu regeln, indem sie etwas anreichen oder darauf achten, dass die Kunden gezielt eine Frucht greifen, die sie dann essen. Außerdem geben die meisten Händler auf Nachfrage an, dass sie sich immer wieder die Hände desinfizieren.

Beobachtet man die Streifen des Ordnungsamtes bei der Arbeit, handelt es sich in den meisten Fällen, in denen Menschen keine Maske tragen, um ein Versehen. „Entschuldigung, das habe ich vergessen“, sagt zum Beispiel eine Frau und holt sofort ihre Maske hervor. Andere sagen, dass sie nicht wussten, dass auch auf dem Markt Maskenpflicht herrsche.

Solche Reaktionen seien die Regel, sagen sowohl die Mitarbeiterinnen der Streife, die am Samstag unterwegs sind, als auch Frank Ruffer vom Fachdienst öffentliche Sicherheit und Ordnung. Bußgelder seien bislang nicht verhängt worden – sie würden erst fällig, wenn sich jemand nach wiederholter Aufforderung weigert, eine Maske aufzusetzen, erklärt Ruffer.

Und wer seine Maske vergessen hat, bekommt eine große Auswahl in verschiedenen Materialien bei Gisbert Luschka. Der Markthändler aus Lünen hat sein Sortiment an die Situation angepasst: Eigentlich verkauft er PVC-Folien, aber seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie lief das Geschäft damit nicht so gut – inzwischen hat er sich auf die Mund- und Nasenschutzmasken spezialisiert. Das sichere ihm die Existenz. Den Lüdenscheidern attestiert Luschka eine gute Disziplin beim Tragen der Masken und bestätigt damit den Eindruck der Ordnungsamtsmitarbeiter.

Auf anderen Märkten sehe das ganz anders aus. Gerade erst habe er in der Nähe der niederländischen Grenze erlebt, dass rund 90 Prozent der Marktbesucher keine Masken getragen hätten. Dort sei auch kaum kontrolliert worden. Auch anderer Händler bestätigen, dass die Einhaltung der Regeln in Lüdenscheid besser funktioniere als in vielen anderen Orten, auch in der Nachbarschaft.

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