Vor dem Schulstart

Maskenpflicht in Schulen in MK: Schulleiter will schneller hitzefrei geben

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Mit dem Schulstart am kommenden Mittwoch gilt für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse die Maskenpflicht – und zwar nicht nur auf dem Schulhof sowie den Fluren, sondern auch während des Unterrichts im Klassenzimmer.

Lüdenscheid - Am 12. August startet das Schuljahr 2020/21. Jetzt ist klar: An den weiterführenden Schulen besteht auch während des Unterrichts eine Maskenpflicht. Wie zwei heimische Schulen damit umgehen, erfahren Sie hier:

Auf dem Schulhof, im Schulgebäude sowieso, in den Klassenräumen und jetzt auch während des Unterrichts. Seit Montag ist klar: Wenn in der kommenden Woche die Schulen wieder öffnen, gilt eine umfassende Maskenpflicht an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen. An den Grundschulen muss der Mund-Nasen-Schutz nur auf dem Gelände und im Schulgebäude, aber nicht während des Unterrichts getragen werden. 

„Ich finde das gut und bin dankbar über diese Maßgabe des Schulministeriums“, erklärt Frank Bisterfeld, Schulleiter der städtischen Adolf-Reichwein-Gesamtschule. 

Schon vor den Sommerferien galt an seiner Schule die Maskenpflicht auch während des Unterrichts und so sieht Bisterfeld keine große Umstellung für seine 1200 Schülerinnen und Schüler. „Unsere Kinder kennen das alle und wir haben jetzt erst einmal Klarheit“, findet er und weist darauf hin, dass sich durch die strenge Regelung nur wenige Änderungen im Schulbetrieb ergeben. Die Einhaltung der Hygieneregeln, regelmäßiges und gründliches Lüften sowie die Nachverfolgbarkeit durch feste Sitzplätze hätten sich schon vor den Sommerferien bewährt. 

Neu sind für die Gesamtschüler der Sport im Freien und der vorübergehende Verzicht auf Unterricht in den Bläserklassen. „Ich finde es wichtig, dass die Schüler nun zu einem weiteren Stück Normalität zurückkehren können“, fügt Bisterfeld hinzu. Dazu gehört für ihn auch die Aufnahme des Ganztagsbetriebes. „Wie das neun Stunden mit Maske funktioniert, müssen wir sehen“, sagt er und stellt in Aussicht, dass er hier an die Witterung angepasst reagieren will. Heißt: Wenn es zu heiß in den verhältnismäßig kleinen Räumen der Schule wird, könnte es für die Schüler auch schneller mal hitzefrei geben. 

Und dennoch will er die Umsetzung der Maskenpflicht im Unterricht eng überwachen. „Maskenpflicht heißt Maskenpflicht“, sagt er und stellt klar, dass er etwa Visiere an seiner Schule nicht zulassen will. 

Maren Schwarzelmüller, 1. Konrektorin der Richard-Schirrmann-Realschule, ist in Hinblick auf die Maskenpflicht noch zwiegespalten. „Damit alle gesund bleiben, ist sie eine gute Sache“, sagt sie, bleibt aber skeptisch. Auch wenn die Maskenpflicht ein erster Schritt sei, sieht sie die Umsetzung anderer Maßnahmen wie größere Klassenräume und mehr Personal als drängendere Probleme. Und auch die fehlenden Jalousien vor den Fenstern der Schule könnten in Schwarzelmüllers Augen in den kommenden Wochen zu Problemen führen. „Wir haben das am Montag mal gemessen. Obwohl es nicht sonderlich warm war, hatten wir innerhalb kürzester Zeit 28 Grad in den Räumen“, mahnt sie. „Aber wir nehmen das sportlich. Wir versuchen, gesund zu bleiben und unseren Bildungsauftrag zu erfüllen.“ 

Einen „wichtigen Schutz für Schüler und Lehrer“, nennt Scholl-Schulleiterin Michaela Knaupe die Maskenpflicht im Unterricht. „Wir werden die Maßnahme mittragen und umsetzen“, sagt sie. „Wir sind froh über die Möglichkeit, überhaupt wieder in voller Klassenstärke unterrichten zu dürfen.“ 

Für die Lehrer enthält die Vorgabe des Schulministeriums zur Maskenpflicht im Unterricht übrigens eine kleine Lücke: „Wenn der Abstand von anderthalb Metern gewährleistet ist, dürfen Lehrer die Maske abnehmen“, erklärt Michaela Knaupe. Und ihre Kollegin Maren Schwarzmüller ergänzt, dass „die Lehrer mit Maske auch schwer verständlich seien."


Brief an alle Eltern

„Ja, habe ich“, antwortet Frank Bisterfeld auf die Frage, ob er Angst vor Reiserückkehrern aus Risikogebieten an seiner Schule habe. „Wir wollen hier nicht zum Corona-Hotspot werden, deshalb werde ich noch vor Schulbeginn alle Eltern anschreiben“, sagt Bisterfeld. Eltern trügen die Verantwortung und hätten die Pflicht, sich zu melden und sich testen zu lassen, wenn sie die Ferien in Risikogebieten verbracht hätten. In dem Zusammenhang begrüßte der Schulleiter auch die Möglichkeit für alle Lehrer, sich ab kommender Woche kostenfrei testen zu lassen.

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