Von Verständnis bis Verleugnung

Maskenpflicht in der City: Rauchen und Essen nur mit Abstand

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Hinweisschilder sind rund um das Innenstadtgebiet angebracht worden.

Seit Freitag gilt in der Innenstadt in Lüdenscheid die Maskenpflicht. In einer Umfrage sprechen Lüdenscheider darüber, was sie von dieser Maßnahme halten und wie sie mit Menschen umgehen, wenn sie ohne Mund-Nase-Bedeckung unterwegs sind.

Sie ist scheinbar noch nicht bei allen Bürgern in Lüdenscheid angekommen: die Maskenpflicht in der Fußgängerzone. Beim Gang durch die Wilhelmstraße und über den Sternplatz, die Freitagmittag wenig frequentiert waren, fielen trotzdem immer wieder Passanten auf, die ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren. „Ich habe jetzt keine Zeit“, wurde bei der Frage nach einem kurzen Gespräch entgegnet. „Ja, die Maske habe ich dabei“, sagten andere, scheinbar in Gedanken versunken. 

Seit Freitag gilt in der Fußgängerzone die Maskenpflicht, und diese wurde vom Ordnungsamt der Stadt kontrolliert. „Heute machen wir die Leute nur auf die Maskenpflicht aufmerksam“, sagte eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts am Freitag, während sie mit ihrem Kollegen vor dem Stern-Center stand. Stadtsprecher Sven Prillwitz ergänzte nach telefonischer Anfrage: „Auch am Samstag werden wir nur auf die Maskenpflicht hinweisen. Ab Montag werden dann Verwarngelder verhängt.“ Als einen Freifahrtschein für Maskenmuffel wollte er das jedoch nicht verstanden wissen: „Das wir auch am Samstag nur freundlich auf die Maskenpflicht hinweisen, heißt nicht, dass keine Maske getragen werden muss.“ Unterstützung bekam das Ordnungsamt am Freitag von der Polizei. „Wenn ich Leute sehe, die ohne Maske herumlaufen, spreche ich sie an“, sagte ein Beamter.

Anna-Lena Säftel (links) und Anastasia Lemke haben kein Problem mit der Maskenpflicht in der Innenstadt.

 

Auch wenn am Freitag immer wieder Menschen zu sehen waren, die ohne Maske unterwegs waren, hat sich das Gros der Lüdenscheider an die neuen Regeln gehalten und für die Maßnahmen Verständnis gezeigt. „Es ist besser so. Ich habe keinen Bock, krank zu werden und meine Familie mit dem Coronavirus anzustecken“, sagten die Schülerinnen Anna-Lena Säftel und Anastasia Lemke. Auch Torsten Keller hat kein Problem mit der Maskenpflicht. Er weist andere auch auf die Einhaltung der Maskenpflicht hin. „Aber nur wenn meine Frau nicht dabei ist. Ihr ist es immer peinlich, wenn ich die Leute anspreche“, sagte der 50-Jährige und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. 

Torsten Keller spricht Maskenmuffel an.

Viola Stender-Schulte hat über die Lüdenscheider Nachrichten von der Maskenpflicht in der Fußgängerzone erfahren und hält die Maßnahme für sinnvoll: „Es kann sich doch jeder anstecken“, sagte sie. Für die Zahnärztin ist besonders der Abstand wichtig. „Ich bin bei der Arbeit schon nah an meinen Patienten. Wenn mir dann in der Stadt jemand zu nah kommt, weise ich denjenigen auch daraufhin, Abstand zu halten.“

Viola Stender-Schulte und ihre Mutter Ingeborg Stender halten die Maskenpflicht für sinnvoll.

 

Doch es gibt auch Stimmen, die sich gegen die Maskenpflicht aussprechen. Ein Mann, der nicht namentlich genannt werden möchte, regte sich auf: „Wir werden hier von hinten bis vorne verarscht. Corona ist doch nur eine Grippe, und die gibt es jedes Jahr.“ 

Eine Frage die vor allem die Raucher interessieren dürfte, ist, ob die Maskenpflicht in der Fußgängerzone auch gleichbedeutend mit einem Rauchverbot ist. „Die Maske darf zum Rauchen abgenommen werden, wenn man stehen bleibt, und 1,50 Meter Abstand gehalten werden“, erklärt Prillwitz. Gleiches gelte auch für Personen, die essen oder trinken wollen.

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