Bußgeld in Höhe von 150 Euro

Maskenpflicht in Bussen und an Bushaltestelle: Kein Pardon bei Schluck aus der Dose 

maskenkontrolle lüdenscheid
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Die gemeinsame Schwerpunktaktion des Ordnungsamtes der Stadt Lüdenscheid und der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) zur Einhaltung der Maskenpflicht wurde am Mittwoch durchgeführt.

Lüdenscheid – Mittwochmorgens in Lüdenscheid: Die Sonne scheint am ZOB Sauerfeld. Das dürfte den meisten Leuten ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Doch dieses ist nicht zu erkennen, denn nahezu alle Leute, die auf ihren Bus warten, tragen vorschriftsgemäß eine FFP2- oder eine vergleichbare Maske (FFP3, KN95, N95).

Lüdenscheid – Vielleicht auch, weil die gemeinsame Schwerpunktaktion des Ordnungsamtes der Stadt Lüdenscheid und der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) zur Einhaltung der Maskenpflicht öffentlich angekündigt wurde. Zwei Teams des Ordnungsamtes sowie mehrere MVG-Mitarbeiter haben sich getroffen, um gemeinsam „auf Streife“ zu gehen. Ein weiterer Grund könnte aber auch die Tatsache sein, dass das aktuelle Infektionsschutzgesetz in den Köpfen der Leute angekommen ist. Immerhin gilt es schon seit dem 23. April.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Maskenpflicht in Bussen und an Bushaltestelle: Kein Pardon bei Schluck aus der Dose

„Die heutige Aktion ist auch nicht auf Information ausgelegt. Es gibt auch nur einen ganz kleinen Teil von Personen, mit denen wir Probleme haben. Aber genau um diese Fahrgäste geht es“, sagt MVG-Mitarbeiter Michael Dinter, der gemeinsam mit dem Ordnungsamt-Team um Fatima Mielisch, Petra Krause und Ramona Bechstedt mit verschiedenen Buslinien der Stadt unterwegs sein wird. Den Anfang macht die Linie 54 Richtung Bushaltestelle Bräucken. Der Bus ist noch leer, alle Fahrgäste halten sich an die Maskenpflicht. Raus aus der Innenstadt scheint es um diese Uhrzeit nur wenige zu ziehen.

Ausstieg an der Haltestelle Bräucken. Auf der anderen Seite der Straße sieht Mielisch einen Mann an der Bushaltestelle, der genüsslich aus einer Dose trinkt. Die Maske ist natürlich nicht zu sehen. Also schnell rüber auf die andere Straßenseite. Der Mann hat die Maske mittlerweile angezogen, vermutlich hat er das Ordnungsamt erblickt. Doch dennoch ist es zu spät. Strafe muss sein. Wirklich muss? Ja, auch in Augen des Mannes, der Thomas Golz heißt. „Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe und sehe es auch ein.“

Maskenpflicht in Bussen und an Bushaltestelle: Bußgeld in Höhe von 150 Euro

Bereitwillig zeigt er seinen Personalausweis. Seine Bereitschaft wird an dem Bußgeld in Höhe von 150 Euro nichts ändern. Das Geld hätte er sicher lieber für anderes ausgegeben. Wie zum Beispiel für weiße Mäuse, die er im Schlepptau hat. Essen für seine beiden Schlangen. „Meine beiden Schlangen sind jeweils über 1,50 Meter lang und kriegen zwei bis drei Mäuse die Woche“, sagt Golz.
Kuriositäten solcher Art erleben die Mitarbeiterinnen vom Ordnungsamt häufig. Nur das Gespräch mit den Masken-Verweigerern ist nicht immer so freundlich wie mit Golz. „Ich versuche immer, die Leute runterzubringen und ruhig und sachlich mit ihnen zu reden“, sagt Mielisch. Auch Dinter sieht diese Herangehensweise als die richtige an. „Die Ruhe, die man ausstrahlt, übermittelt man auch.“
Vom Bräucken soll es nun zurück zum Sauerfeld gehen. Der anrollende Bus der Linie 42 ist bereits deutlich gefüllter als die Linie 54, die zum Bräucken führte. „Man merkt, dass heute wieder Markt ist. Da möchte jeder in die Stadt“, ruft ein Fahrgast.

Das Bild im Bus ist für das Ordnungsamt das wünschenswerte. Alle Fahrgäste haben eine FPP2-Maske an und halten sich an die Regeln – auch wenn es schwer fällt. „Ich trage die Maske allein sechs Stunden während der Arbeit. Wirklich gut Luft bekomme ich dadurch nicht. Aber was muss, das muss“, sagt Pflegekraft Anna Müller, die wie das Ordnungsamt beim Sauerfeld aussteigt, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gehen. Bevor sie den Bus verlassen, kommt wie bei jeder Haltestelle der nochmalige Hinweis in Form einer Durchsage, die auf das Tragen der richtigen Maske im Busfahrbereich hinweist.

Nicht jede Busfahrt ist so gemütlich wie die beiden Auftakte mit den Linien 54 und 42. Diskussionen gehören für das Ordnungsamt und auch die MVG-Mitarbeiter zur Tagesordnung. Aber die Einsicht und gegenseitige Rücksicht der Fahrgäste hat in den vergangenen Monaten zugenommen. In zwei Stunden gemeinsamer Kontrolle wurden nach Informationen der Stadt zwei Bußgeldbescheide geschrieben. „Wenn es aber mit der Schule wieder anfängt, wird es sicherlich spannend“, sagt ein MVG-Busfahrer mit Blick auf die Maskenpflicht.
Dann wird noch mehr los sein an den Bushaltestellen Lüdenscheids. Nicht nur, weil Markt ist. Aber zumindest sind „95 Prozent“ (Dinter) der Leute freundlich und nett, auch wenn ein Lächeln hinter der Maske schwer zu erkennen ist.

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