Zum Masernschutzgesetz

Impfpflicht! Neues Kita-Jahr beginnt heute - was Eltern und Erzieher wissen müssen

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Das neue Kindergartenjahr beginnt heute – das Masernschutzgesetz ist allerdings noch kein Thema, das drängt, da Überprüfungen des Impfschutzes und Impfempfehlungen gängige Praxis sind.

Lüdenscheid – Am 1. August beginnt das neue Kindergartenjahr – und noch beeinflusst das neue Gesetz zur Impfpflicht gegen Masern den Alltag nicht. Doch das ändert sich sehr bald.

Schon zum März 2020 soll das Masernschutzgesetz greifen. Betroffen sind dann aber zunächst die Kinder, die dann neu angemeldet werden. Um sich darauf vorzubereiten, sei es aber jetzt noch zu früh, erklärt Ursula Speckenbach, bei der Stadt Lüdenscheid für die Kindertageseinrichtungen zuständig.

Sie hofft, dass es rechtzeitig zur nächsten Fachtagung mit allen Trägern Lüdenscheider Kindertageseinrichtungen entsprechende Hinweise gibt, wie das Masernschutzgesetz umzusetzen ist, damit dann ein gemeinsames Vorgehen geplant werden kann. Dabei geht es zum einen um die Überprüfung des Impfstatusses, aber auch darum, welche Möglichkeiten es gibt, die Impflicht durchzusetzen und welche Sanktionen und Bußgelder eingeführt werden.

Kinder, die im März bereits eine Kita oder eine Schule besuchen, sollen bis Ende Juli 2021 Zeit bekommen, um den Impfschutz nachzuweisen. Das gleiche gilt auch für das Personal. Schon bislang sei es nicht nur in den städtischen Einrichtungen üblich, dass bei der Anmeldung die sogenannten U-Hefte der Kinder vorgelegt werden müssen, aus denen in der Regel der Impfstatus ersichtlich ist, erklärt Speckenbach. Wenn dabei festgestellt wird, dass Kinder nicht oder nicht ausreichend geimpft sind, sind die Fachkräfte angehalten, den Eltern eine Impfberatung zu empfehlen. Verpflichtend ist diese nicht.

Umfrage: Mehrheit findet Masernimpfpflicht richtig

Das bestätigt auch Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. Bislang werde kreisweit auf die Impfberatung gesetzt. Wie aber letztlich eine verpflichtende Impfung durchgesetzt werden soll und wie die Kontrollen erfolgen sollen, sei auch beim Gesundheitsamt des Kreises noch nicht klar. Festzustellen sei aber, dass auch der Märkische Kreis einen eklatanten Anstieg der Masernfälle zu verzeichnen habe. Seit Ende 2018 wurden dem Gesundheitsamt 32 Erkrankungen gemeldet. Das erfolgt durch die behandelnden Ärzte.

Wenn ein Masernfall gemeldet ist, müssen alle Kontaktpersonen des erkrankten Kindes informiert werden. Schon jetzt gilt, dass in Kitas und Schulen aber auch im Gesundheitswesen alle die keinen ausreichenden Impfschutz nachweisen können, zuhause bleiben müssen – entweder bis nachgewiesen ist, dass sie sich nicht angesteckt haben oder bis sie, im gegenteiligen Fall, wieder gesund sind. Das gilt sowohl für Kinder als auch für das Personal der Einrichtungen. 

Beim Kita-Zweckverband des Bistums Essen, der Träger von sechs Kindertageseinrichtungen in Lüdenscheid ist, ist das Masernschutzgesetz „kein Thema, das weit oben steht“, erklärte Sprecherin Verena Böck. Bislang sei bereits eine Empfehlung zur Impfung für Kinder und Mitarbeiter üblich. Dazu gebe es auch entsprechende Beratungen. „Deshalb wird sich für uns auch nicht viel ändern.“ Ein Verfahren, wie dann mit der Impfpflicht umzugehen ist, werde noch erarbeitet. In den 16 Kitas, die der Zweckverband im Märkischen Kreis betreibt, sei auch bislang kein Masernfall bekannt geworden.

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