Kulturverein zieht um nach Brügge

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Gut besucht war die Vernissage an der Kronprinzenstraße. Bis Mitte Dezember zeigt die Künstlerin Martina Reichelt dort ihre Bilder.

Lüdenscheid - Zur letzten Ausstellungseröffnung in dieser Form mit Werken der Künstlerin Martina Reichelt hatte Christel Schulte ins „mach was“ eingeladen: 29 Bilder, davon einige als Serie zusammengestellt, zieren die Wände bis zum 15. Dezember. „Im Januar werden wir in Brügge, Am Raffelberg 3 eröffnen“, so Christel Schulte.

Die Arbeit des Kulturvereins wird dann auf 240 Quadratmetern in einer ehemaligen, umgebauten Fabrik fortgesetzt. Ein großer und ein kleiner Tanz- und Veranstaltungsraum, Büro und Umkleiden werden dort zur Verfügung stehen. Die Eröffnung bildet zugleich den Auftakt zu verschiedenen Veranstaltungen, die das 30-jährige Bestehen des Vereins durch das Jahr 2014 hindurch flankieren werden.

In Brügge wird es ebenfalls Ausstellungen geben, kündigte Schulte an, die die Vernissage eröffnete, jedoch nicht mehr als Rundgang wie bisher, sondern als Installationen in den Tanzräumen. Die Künstlerin Martina Reichelt, die in Braunschweig und Berlin lebt, erläuterte anschließend ihre Werke: Als Tänzerin, die eigene Choreographien entwickelt, als Architektin, die es gewohnt ist, räumliche Zeichnungen zu erstellen, präsentiert sie in dieser Ausstellung Werke zur Bewegung vor dem Hintergrund eines ungewöhnlichen Entstehungsprozesses, den sie erläuterte: ihr Künstlerkollege und Informatiker Rémy Mouton entwickelte ein Programm zur Bildbearbeitung. Tanzende Personen werden mit einer Webcam festgehalten, die Bilder sofort life am PC nach vorher besprochenem Muster bearbeitet und mit einem Beamer auf Leinwand projiziert. Die Künstlerin wählt Bilder aus, legt einige übereinander und kreiert so „Bilder zur Bewegungserinnerung“, wie sie es nennt. Im Foto dokumentierte, tänzerische Bewegung also, mal in der Anmutung als Grafik, als Druck, Abstraktion oder Malerei umgesetzt, machen den Reiz dieser zumeist in Serien konzipierten Bilder aus. Daneben gibt es Malereien von ihr. Dies sind auf Papier oder Leinwand umgesetzte Mischtechniken mit Acryl, Pigmenten und Bleistiftstrichen. Sie bleibt auch hier ihrem Thema „Bewegungserinnerung“ treu und zeichnet plastisch Momente aus Choreographien nach. Sie legt damit gelungene, dynamische Umsetzungen vor, mal pastellig, mal als Aquarell anmutende, reizvolle Inszenierungen. Mit Mouton formierte sie sich im Jahr 2007 zur Künstlergruppe „R2M2“.

Was wie eine mathematische Formel anmutet, ist ein Spiel mit den Anfangsbuchstaben beider Namen. Reichelts Werke, die sie in Lüdenscheid ausstellt, entstanden im Zeitraum ab 2010. Besichtigungen sind zu den Kurszeiten des „mach was“ sowie nach Absprache jederzeit möglich. - maya

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