Marode Brücke Am Kamp jetzt doch vor Sanierung

Sandsäcke sichern zurzeit provisorisch den Abweiser der maroden Brücke Am Kamp. Trotz Haushaltsnot soll der Stadtrat jetzt 52 000 Euro für einen neuen Fuß freigeben.

BRÜGGE - Nach dem harten letzten Winter war für den Gutachter, der im März die marode Brücke Am Kamp in Brügge auf ihre schwindende Standfestigkeit hin untersuchte, endgültig klar: Das Bauwerk muss umgehend saniert werden, sonst droht eine Totalsperrung der Straße. Seinem Auftraggeber, dem Lüdenscheider Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb STL, erklärte er, dass sonst der im Wasser stehende löchrige Abweiser, der zurzeit mit Sandsäcken provisorisch geschützt ist, spätestens bei herbstlichen Hochwasserständen gänzlich unterspült werden kann. Hier müsse auf jeden Fall ein neuer her.

So kam es, dass die zuvor politisch umstrittene Brügger Brückensanierung jetzt doch als außerplanmäßige Ausgabe von 52 000 Euro für das laufende Haushaltsjahr dem Stadtrat am 20. Juni zur Genehmigung vorliegt, erläuterte Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler auf LN-Anfrage. Der STL habe dies „im üblichen Wege der Bitte um die Mittelfreigabe“ getan.

Wie berichtet, sollen im kommenden Jahr noch einmal rund 25 000 Euro ausgegeben werden, um Schäden im Überbau, in der Tragkonstruktion und dem Unterbau zu beseitigen. Wie lange die Brücke dann halten wird, weiß noch niemand. Die Frage wird im politischen Raum inzwischen aber gestellt.

Zum Politikum wurde die marode Brücke vor kurzem schon einmal, als CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling in der Diskussion um die von ihm beantragten 300 000 Euro für Straßenreparaturen auch nach Sinn und Unsinn von Kunstrasenplätzen aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung fragte. Hier, so Fröhling, wäre die Brückenreparatur doch wohl sinnvoller gewesen. Das brachte Vertreter der Ampel-Koalition auf die Palme: Sie verwiesen sogleich darauf, dass solche Reparaturen mit KP-II-Geldern gar nicht hätten vorgenommen werden dürfen.

Laut Blasweiler passiert zumindest Am Kamp jetzt das, was die Union wollte – „nur eben als notwendige Einzelmaßnahme und nicht als Teil eines Pauschal-Pakets.“

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