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Markthändler in Lüdenscheid - seit 55 Jahren

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Mutter und Sohn: Ingrid und Herbert Gundlach stehen mit ihrem Schnittblumenstand immer mittwochs und samstags vor der Commerzbank auf dem Rathausplatz und sind vom Lüdenscheider Wochenmarkt nicht mehr wegzudenken.
Mutter und Sohn: Ingrid und Herbert Gundlach stehen mit ihrem Schnittblumenstand immer mittwochs und samstags vor der Commerzbank auf dem Rathausplatz und sind vom Lüdenscheider Wochenmarkt nicht mehr wegzudenken. © Henrike Utsch

Sie sind auf dem Lüdenscheider Wochenmarkt nicht wegzudenken: Herbert Gundlach und seine Mutter Ingrid. Seit 55 Jahren steht der Blumenhandel der Gundlachs mittwochs und samstags auf dem Rathausplatz, mittlerweile hat der Sohn das Geschäft der Mutter übernommen. Zu finden sind sie vor der Commerzbank.

Lüdenscheid – Ingrid Gundlach, aufgewachsen in der Gärtnerei Knop in Hagen, fuhr schon in den 1950er-Jahren samstags mit dem Zug von Hagen nach Lüdenscheid und verkaufte mit einer Freundin Liguster-Gestecke von einem kleinen Wagen. „Mit falschen Paprikaschoten drin, die waren billig, die haben die Leute damals statt Blumen gekauft“, erinnert sie sich. Heute verkaufen die Gundlachs Schnittblumen. Die Sträuße bindet Ingrid Gundlach nach wie vor zu Hause. Am Markttag stehen sie und ihr Sohn um 4 Uhr morgens auf und fahren um 5.30 Uhr los nach Lüdenscheid. Eine gemeinsame Tasse Kaffee im Auto, dann wird ab 6.30 Uhr aufgebaut. Das ist das Ritual.

Blumen, der Marktstand, der Betrieb, das alles ist fester Bestandteil in Ingrid Gundlachs Leben. Dieses Jahr wird sie 75 Jahre alt und möchte ihrem Beruf so lange nachgehen, wie sie es kann. „Mir macht es Spaß“, sagt sie. „Ich habe in der Gärtnerei meiner Eltern Weidekätzchen gepult, bevor ich richtig laufen konnte.“

Ihr Sohn hat bereits als Schüler auf dem Markt ausgeholfen, später entschloss er sich, den Blumenhandel zu übernehmen. Und er hat sich durchgesetzt. Mittlerweile ist er der einzige, der noch Schnittblumen auf dem Lüdenscheider Markt anbietet. „In meinen Anfangszeiten standen hier acht Blumenhändler“, erinnert er sich. Er glaubt, die Leute hätten kein Geld mehr für Blumen. Aber auch die Supermärkte und Gartencenter stellen eine Konkurrenz dar.

Die Blumensträuße bindet Ingrid Gundlach nach wie vor zu Hause.
Die Blumensträuße bindet Ingrid Gundlach nach wie vor zu Hause. © Henrike Utsch

Wie viele andere Händler auch macht sich Herbert Gundlach Sorgen um den bevorstehenden Winter und die erwarteten hohen Gaskosten. In Holland, von wo er die Blumen bezieht, werden die Treibhäuser mit Gas beheizt. Er geht im nächsten Frühling von etwa der Hälfte der Ernte zum doppelten Preis aus. Auch Stammkunden, die sonst von außerhalb gekommen seien, blieben ihm aufgrund der angespannten Verkehrssituation in Lüdenscheid aus. „Das ist vielleicht unser letztes Jahr auf dem Markt“, sagt er.

Es bleibt keine Zeit, um den Kopf in den Sand zu stecken. Zu Ingrid Gundlach kommen manche Kunden seit mehr als 30 Jahren. „Wichtig ist, dass man auf die Leute eingeht und sich mit ihnen versteht“, sagt sie. Dann nehmen die Gundlachs mittags kaum mehr Ware mit nach Hause. Wenn Sträuße übrig bleiben, können sie im Kühlhaus die Zeit bis zum nächsten Markttag gut überstehen. Die Gärtnerei von Ingrid Gundlachs Eltern in Hagen ist noch immer in Familienhand. Nachdem ihr Bruder den elterlichen Betrieb übernommen hatte, kümmert sich jetzt ihre Nichte um das Gartencenter.

Die Markthändler

Der Lüdenscheider Wochenmarkt ist eine Institution. Tausende Kundinnen und Kunden strömen immer mittwochs und samstags auf den Rathausplatz – um zu klönen, zu bummeln und sich mit den Waren des täglichen Bedarfs einzudecken. Die Lüdenscheider Nachrichten stellen die Markthändlerinnen und -händler vom Wochenmarkt in loser Folge vor.

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