Geschäftstätigkeit beendet

Lüdenscheid - Relativ erfolgreich war ein heute 26-jähriger Lüdenscheider, der seit 2009 einen schwunghaften Handel mit Marihuana betrieb. Am Freitag endete seine Geschäftstätigkeit im Landgericht Hagen jedoch mit der Verurteilung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. 122 Mal sollte der junge Mann laut Anklage bis zu 100 Gramm Marihuana von Händlern in Hagen und Breckerfeld gekauft haben.

Davon blieben dann schließlich 83 Fälle des unerlaubten Handeltreibens mit nicht geringfügigen Mengen des Rauschgifts übrig.

Etwa ein Gramm pro Tag verbrauchte der Angeklagte selber, den Rest verkaufte er weiter, um seine Sucht zu finanzieren. Dieses System ging lange Zeit gut: Der Tatzeitraum erstreckte sich von Februar 2009 bis Februar 2013, als die Polizei in seiner Wohnung 80 Gramm Marihuana sicherstellte.

Mit unter den Fundstücken befand sich ebenfalls ein Baseballschläger, der als gefährliche Waffe zu einem weiteren Anklagepunkt wurde. Hier bestritt der Angeklagte aber, dass der Schläger anderen als rein sportlichen Zwecken dienen sollte. „Es gab keine Notwendigkeit, sich zu bewaffnen“, erklärte sein Verteidiger.

Auch ein prallgefülltes Portmonee mit gut 2200 Euro fanden die Ermittler. Das sichergestellte Geld bleibt in der Staatskasse, obwohl der 26-Jährige vortrug, dass seine Mutter ihm 800 Euro für den Ankauf einer Couch zur Verfügung gestellt hatte. „Vergessen Sie es!“, bestand der Vorsitzende Richter Dieter Krause im Namen des Gerichts auf der Einziehung der mutmaßlichen Gewinne aus dem Drogenhandel. In einer Größenordnung von etwa zehn Kilo muss der Angeklagte im Laufe der vier Jahre seiner Geschäftstätigkeit Marihuana angekauft haben – zu einem Preis von sieben bis acht Euro pro Gramm. Das ergibt einen Ankaufswert von schätzungsweise 75 000 Euro.

Im Gegenzug für die Selbstverpflichtung des Gerichts, nicht über ein vergleichsweise mildes Strafmaß von drei Jahren hinauszugehen, erwartete die 9. große Strafkammer ein umfassendes Geständnis. Das lieferte der Angeklagte, der sich bereits im Ermittlungsverfahren über die bei ihm gefundenen 80 Gramm Marihuana hinaus belastet hatte. Außerdem hatte er seine Lieferanten benannt, was weitere Ermittlungen möglich machte.

Vor Gericht wurde lediglich noch über genaue Mengen und die Anzahl der Einkaufstouren pro Monat gerungen. Weil er anfangs noch nicht über genug Geld verfügt habe, um 100 Gramm zu kaufen, habe er bei den ersten Käufen noch kleinere Mengen erworben, erklärte der Angeklagte. Mit der Zeit sammelte sich dann genügend Kapital an, um die Standardmenge von 100 Gramm bei den Lieferanten abzuholen. Zu ihnen war das Verhältnis allerdings derart vertrauensvoll, dass diese ihrem Großkunden teilweise auch ohne Vorkasse Marihuana zum Weiterverkauf zur Verfügung stellten.

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