„Facebook ist die Börse“

Marian Heuser moderiert die „World of Wordcraft“.

LÜDENSCHEID - Sie tragen auch diesmal blumige Namen wie Jessy James La Fleur oder Sim Panse. „Der tritt auch als solches auf, der macht richtig Show“, sagt Marian Heuser. Am Freitag, 21. Februar, beginnt um 20.30 Uhr im Dahlmann-Saal der erste Poetry Slam des Jahres.

Von Jutta Rudewig

Bei der „World of Wordcraft“ treten sechs Slammer gegeneinander im Wettstreit um die Goldene Feder an – „diesmal mit einem gigantischen Frauenanteil“, freut sich Heuser im Gespräch darüber, dass vier von sechs Teilnehmern weiblich sind. Mit Wiebke Plate kommt eine Lokalmatadorin aus Lüdenscheid auf die Bühne. „Vielleicht liegt das an dem Video von Julia Engelmann, das bei Youtube aufgetaucht ist“, mutmaßt Heuser. Die junge Studentin der Uni Bielefeld hatte letztten Sommer die Zukunftsangst ihrer Generation in einem Slam verarbeitet und damit offenbar einen Nerv getroffen. Dass sich mehr Frauen auf die Bühne der Slammer trauen, freut Heuser, der seit Mitte 2010 mit der „World of Wordcraft“ den erste regelmäßigen Poetry Slam des Märkischen Kreises moderiert. Seit November 2012 gibt es zum Abschluss der Saison sogar einen „Best of Slam“ im Kulturhaus.

Auftreten wollen Dennis Grashoff aus Münster, Sandra Davina aus Essen, Jessy James La Fleur, die eigens aus Hannover anreist, Sim Panse aus Köln, Lisa Schöyen aus Münster und Wiebke Plate aus Lüdenscheid. Man kenne sich halt, antwortet Heuser auf die Frage, wie ein solches Line-up zustande kommt. Aber Lüdenscheid sei ein Einladungs-Slam: „Zum einen soll die Qualität an dem Abend stimmen, und zum anderen müssen sich die Akteure auch hinter der Bühne vertragen. Inzwischen melden sich viele bei mir und fragen, ob sie auftreten können. Aber ich lass mir keine Videos schicken oder sowas. Auf Youtube kann man sich schnell ein eigenes Bild vom Text und von der Performance der Künstler machen. Facebook ist die Börse, über die die Verhandlungen laufen.“ Aber das Veranstalter-Leben so ganz ohne Verträge hat auch seine Schattenseiten. „Es kommt dann hat immer mal vor, dass der eine oder andere zwar zugesagt hat, aber am Ende doch nicht kommt“, weiß Heuser mit Blick auf die vergangenen Slams. Lediglich die Lokalmatadore genießen uneingeschränktes Vertrauen – „da freu ich mich einfach, wenn jemand aus Lüdenscheid mitmacht.“

Sechs Minuten für den eigenen Text, dabei ist gleich, ob Kurzgeschichte, Gedicht, Raptext oder Anekdote. Das Publikum ist die Jury und bewertet die Akteure. Wobei’s genau hier mit dem nächsten Poetry-Slam den Wermutstropfen gibt. Parallel mit dem Slam bei Dahlmann findet mit der Kleinkunstveranstaltung „Lüdenscheider Lüsterklemme“ am 21. Februar eine Art Zweit-Slam statt: Michael Feindler tritt im Rahmen des Kleinkunstfestivals auf – ein Poetry-Slammer, der jahrelang für Meisterschaften des modernen Dichterwettstreits nominiert war. Heuser: „Da wäre ich an dem Abend auch gerne hingegangen.“

World of Wordcraft

Freitag, 21. Februar, 20.30 Uhr in der Gaststätte Dahlmann. Einlass ab 19.30 Uhr, acht Euro, ermäßigt sechs Euro an der Abendkasse

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