Marc Tartu wirbt mit "France Mobil" für Französisch

Harald Range (rechts) lud den echten Franzosen Marc Tartu ins Berufskolleg ein.

Lüdenscheid -  Auf der Suche nach Wörtern, die deutschen Begriffen ähnlich sind, blättern ein paar Jungen in einem französischen Magazin. Sie sind Schüler der Maschinenbau- und Informatikklasse des Berufskollegs für Technik (BKT) in Lüdenscheid. Am Montag bekamen sie Besuch von Marc Tartu. Sein Ziel: Werbung für die französische Sprache zu machen.

Marc Tartu arbeitet für das Institut français Düsseldorf. Dabei handelt es sich um eine Unterordnung der Französischen Botschaft in Berlin. Der 25-Jährige studiert in Frankreich Deutsch, will später Deutschlehrer in Frankreich werden. Derzeit hat er eine Studienpause eingelegt, um für das Institut français tätig sein zu können.

Dreimal in der Woche ist er mit dem Programm „France Mobil“ in Nordrhein-Westfalen unterwegs und besucht Schulen. „Ich mache Werbung für die französische Sprache. Die Schüler in Deutschland sollen mehr Französisch lernen. Sie halten sich immer für sehr schlecht. Ich will ihnen zeigen, dass die Sprache nicht so schwer ist, wie sie denken“, erklärte Tartu.

Am Montag nun machte er in Lüdenscheid Station. Insgesamt vier Klassen nahm er unter seine Fittiche. Während die Mittelstufe bereits über recht gute Französischkenntnisse verfügte, fiel es den Schülern der Unterstufe, die erst seit einigen Wochen Französischunterricht haben, schwerer, dem Muttersprachler zu folgen. Tartu stellte sich schnell auf den Wissensstand der Gruppe ein, und brachte die Schüler zunächst dazu, sich auf Französisch vorzustellen. Dann versuchte er der Gruppe mittels eines Suchspiels klar zu machen, dass Französisch gar nicht so schwierig ist, wie von den meisten angenommen. Die Schüler waren merklich erstaunt darüber, wie viele Begriffe aus dem Französischen deutschen Wörtern ähnlich sind. Begriffe wie Baguette, Tomate oder Musik.

Die Klassen nutzten den Besuch des Franzosen auch dazu, dem 25-Jährigen viele Fragen über sein Land zu stellen. Marc Tartu wich auch den unangenehmen Nachfragen nicht aus und plauderte unter anderem offen darüber, dass die Franzosen „fremdsprachenfaul“ seien und aus dem Grund auch am liebsten französische Lieder hören würden. „Das ist aber gut für mich. Nicht viele Franzosen studieren Deutsch. So habe ich hinterher gute Chancen auf eine Arbeitsstelle“, erklärte Tartu.

Harald Range, Französischlehrer am BKT, freute sich sehr über den Besucher. Er habe ihn eingeladen, damit „die Schüler mal einen echten Franzosen sehen“. Range hofft, dass der 25-Jährige den Schülern ein bisschen die Scheu vor der fremden Sprache nehmen konnte. Er weiß um die Angst mancher Schüler, sich dem Französischunterricht zu stellen.

Von Jana Peuckert

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