Vorfall am Mittwoch

Mann zückt Messer in Ausländerbehörde: Weitere Fälle werden bekannt 

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Der Eingangsbereich zur Ausländerbehörde im Kreishaus. Hier findet eine Vor-Kontrolle statt.

Lüdenscheid - Ein abgelehnter Asylbewerber zückte in der Ausländerbehörde ein Messer und fügte sich leichte Verletzungen zu. Ein Sachbearbeiterin verhinderte Schlimmeres. Jetzt werden weitere Fälle bekannt. 

Nach dem Zwischenfall im Kreishaus am Mittwoch prüft die Kreisverwaltung nun zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in der Ausländerbehörde. Das sagte Sprecherin Ursula Erkens auf Anfrage unserer Zeitung. 

Hemmschwelle nimmt ab, Gewaltbereitschaft zu

„Wir stellen fest, dass seit drei, vier Jahren die Aggressionen der Besucher in der Ausländerbehörde zunehmen und die Hemmschwelle, handgreiflich zu werden, abnimmt“, sagt Erkens. Dennoch handele es sich um Einzelfälle. So eine Situation wie am Mittwoch habe es vor 2015, als die Zahl der Asylbewerber deutlich anstieg, nicht gegeben. 

Zwei weitere Zwischenfälle

Erkens berichtet von einem weiteren Vorfall, bei dem ein Besucher der Ausländerbehörde versucht hatte, sich einen Kugelschreiber in den Kopf zu rammen. Als ein junger Mann für die Abschiebung zuhause aufgesucht wurde, sei zudem ein Mitarbeiter mit einer Bügelsäge angegriffen worden.

Vorkontrolle im Eingangsbereich

Für die Sicherheit sei daher in der Vergangenheit schon einiges getan worden, sagt Kreissprecherin Erkens. So wurde im Eingangsbereich zur Ausländerbehörde ein Info-Bereich eingerichtet, an dem eine Vorkontrolle stattfinde.

Handelt es sich um einen „schwierigen Kunden“, wird das anstehende Beratungsgespräch zu zweit geführt. Zudem hat jeder Mitarbeiter einen Panik-Knopf am Tisch, um im Notfall auf sich aufmerksam zu machen.

Mitarbeiter eilten junger Frau zur Hilfe

Die 27-jährige Sachbearbeiterin, in deren Büro der junge Mann das Messer zückte, hatte diesen Knopf allerdings nicht gedrückt. Sie ging dazwischen, um den in Hemer lebenden Asylbewerber zu retten. Mitarbeiter aus den Nachbarbüros hörten den Lärm und eilten ihr zur Hilfe. Den Kreis-Mitarbeitern wurde Hilfe angeboten, um das Geschehene zu verarbeiten. 

In anderen Kommunen gibt es Sicherheitsdienste

Welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, blieb zunächst offen. Denkbar wäre unter anderem der Einsatz eines Sicherheitsdienstes, wie es ihn in den Ausländerämtern anderer Kommunen gibt. 

Im Neubau wird es strenge Einlasskontrollen geben

Ein umfassendes Sicherheitskonzept ist für den Neubau neben dem Kreishaus vorgesehen, der auch die Ausländerbehörde beherbergen soll. Unter anderem sind dort strengere Einlasskontrollen geplant. Das wird allerdings frühestens 2021 so weit sein. 

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