Polizei spricht dringende Warnung aus

Mann telefoniert vier Stunden auf Englisch, obwohl er die Sprache kaum kann - Geld weg!

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Euro-Banknoten (Symbolbild). 

Lüdenscheid - Mehr als vier Stunden verstand ein Mann aus Lüdenscheid kaum ein Wort. Dennoch beendete er das auf Englisch geführte Telefonat nicht. Am Ende war sein Geld weg. Die Polizei ermittelt. 

Wie die Polizei mitteilte, klingelte am Montagvormittag das Telefon in einem Lüdenscheider Haushalt. Ein Unbekannter gab sich auf Englisch als Mitarbeiter von Microsoft Amerika aus. Er habe festgestellt, dass die Microsoft-Lizenz der Lüdenscheider abgelaufen sei und sich mehrere Schadprogramme auf dem Rechner des Ehepaars befänden. 

Der 61-jährige Mann erlaubte dem Anrufer den Fernzugriff auf den Computer, gab Kontodaten preis und ließ seinen Personalausweis scannen. Der Betrüger rief mehrmals an, die Gespräche zogen sich über viereinhalb Stunden hin. Offenbar nutzte der Unbekannte darauf das Bankkonto der Geschädigten für einen Geldtransfer. Der Betrüger deaktivierte das vorhandene Antivirenprogramm und installierte eine Reihe weiterer Dateien mit unbekanntem Zweck.

Betrug auch in Breckerfeld 

Fast zeitgleich überzeugte ein anderer angeblicher Microsoft-Mitarbeiter einen 60-jährigen Breckerfelder, ihm Zugang zum Computer zu verschaffen. In diesem Fall nahm der Betrüger online Zugriff aufs Bankkonto und buchte Geld vom Konto des Geschädigten ab.

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Die Polizei warnt eindringlich vor der bekannten Masche: Anrufer behaupten, für Microsoft zu arbeiten. Sie sagen, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren. Das Problem: Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können beispielsweise Passwörter fürs Online-Banking ausspähen. 

Mircosoft (Symbolbild)

Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung häufig eine Gebühr oder wollen ihren Opfern einen Wartungsvertrag andrehen. Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. 

Sie fragen unter anderem nach den Kreditkartendaten oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

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Die Polizei sagt: Seriöse Unternehmen nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Deshalb lautet der einfache Rat der Polizei: Auflegen! Auf keinen Fall sollten die Angerufenen am Telefon private Daten wie Kennwörter, Zugangsdaten, Bank-Daten oder Kundenkonten verraten. Sie sollten Unbekannten auch keinesfalls Zugriff auf ihren Rechner gewähren.

Was Betroffene tun können

Und wenn es schon passiert ist? "Wer auf einen solchen Betrüger herein gefallen ist, der sollte seinen Computer vom Internet trennen und ausschalten. Über einen anderen Computer sollten Kennwörter geändert werden. Ein Fachmann sollte die ungewollte Software löschen", schreibt die Polizei. 

In jedem Fall sollten Banken oder Zahlungsdienste informiert werden. Eine Anzeige bei der Polizei ist ebenfalls sinnvoll. Betrugsversuche können auch bei Microsoft gemeldet werden (hier geht es zur Microsoft-Seite).

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