"Er sah wild aus"

Mann bombardiert 44-Jährige mit Nachrichten und Anrufen - Stunden später ist sie tot

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Symbolfoto

Hagen – Es ist ein kompliziertes Beziehungsgeflecht, das im Landgericht Hagen nach dem gewaltsamen Tod einer 44-jährigen Frau immer weiter enthüllt wird.

Unter den zahlreichen Zeugen war am Montag auch jener Mann, der in der Tatnacht vom 24. auf den 25. Februar rund sieben Stunden in der Wohnung des späteren Opfers verbrachte. Er erinnerte sich an das heftige Klopfen des Angeklagten, der mitten in der Nacht eingelassen werden wollte: „Dann kam er und hat Krach gemacht“, erinnerte sich der 46-Jährige und rekonstruierte seine Begrüßungsworte: „Komm rein, wenn du nichts zu verstecken hast! Worum geht es? Was willst du?“ 

Nach der Aufforderung, die Wohnung zu verlassen, sei der Angeklagte eine gute Stunde später wiedergekommen, und es habe eine Aussprache vor dem Haus gegeben. Darin habe er die ihm unterstellte Beziehung zu der 44-Jährigen verneint, erklärte der Zeuge. 

"Nichts als Sex im Kopf gehabt"

Er erinnerte sich an eine gewisse Beschränkung im Denken des Angeklagten. Dieser habe „nichts anderes im Kopf gehabt als Sex“. „Er hat mir gesagt, dass er sie liebt.“ Am Ende des Gespräches forderte der Zeuge den Angeklagten auf, die 44-Jährige in Ruhe zu lassen und nach Hause zu gehen. 

Weil er auf die Uhr geschaut hatte, wusste der Zeuge noch genau, dass er die Wohnung des Opfers gegen 2.52 Uhr verlassen hatte. Ihm war dabei mulmig zumute: „Ich habe ihr gesagt, dass sie nicht ans Telefon gehen und die Tür nicht aufmachen soll.“ Es war einer der wenigen heiteren Momente des Verhandlungstages, als der Zeuge noch einen Stoßseufzer hinterschickte: „Aber es war wie immer: Keiner hört auf mich.“ 

"Er sah so wild aus"

Fünf Monate habe er die 44-Jährige gekannt: „Es hätte irgendwann vielleicht etwas daraus werden können.“ Vom Angeklagten, den er erst an diesem Abend kennengelernt hatte, blieb beim Zeugen ein beunruhigender Eindruck zurück: „Er sah aus, als wenn er nicht von dieser Welt wäre.“ 

Auf Nachfrage des psychiatrischen Gutachters Dr. Nikolaus Grünherz erklärte er: „Er sah so wild aus – als ob er Drogen genommen hätte. Die Augen waren so groß.“ Laut, wild und verschreckt sei er gewesen. „Ich habe noch gewartet, bis er weggeht“, erklärte der Zeuge. 

Später bekam er Anrufe von dem Handy der 44-Jährigen. Die männliche Stimme sei die des Angeklagten gewesen, war sich der Zeuge sicher. Auch sonst spielten Anrufe und Kurznachrichten in jener Nacht eine große Rolle: Ein Polizeibeamter berichtete von der Auswertung des Mobiltelefons des Angeklagten: Die Beamten zählten in der Tatnacht zwischen zwei und fünf Uhr 71 Kurznachrichten und fast 200 Anruf-Versuche auf das Handy der Getöteten. „Der Angeklagte hat sie mit Anrufen bombardiert.“

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