Er hätte es sich besser vorher noch einmal angeschaut

Mann postet Foto bei Instagram - Detail interessiert jetzt die Polizei

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Symbolbild

Lüdenscheid - Der Ex-Freund seiner Lebensgefährtin hat ihn angezeigt. Der arbeitslose Altenpflegehelfer (33) soll was aus seiner Wohnung geklaut haben: ein Smartphone, ein T-Shirt, einen Kapuzenpullover.

Strafverteidiger Heiko Kölz sagt: „Der Vorwurf trifft nicht zu.“ Die Geschichte, die sein Mandant vor Strafrichterin Kristina Thies erzählt, klingt wie ein einziger großer Zufall. 

Denn seine Partnerin, die früher mit ihrem Ehemaligen und nun allein im selben Haus wohnt wie er, habe ihm die Gegenstände nur ausgeliehen. „Ich habe die Sachen längst zurückgegeben.“ 

Doch der Ex-Freund geht ein paar Wochen nach dem vermeintlichen Diebstahl zur Polizei. Er vermisse seit einiger Zeit sein Handy, jetzt habe er aber eine Rechnung bekommen, und das Datenvolumen sei aufgebraucht. 

Dann zeigt er den Polizisten ein Instagram-Foto, das der 33-Jährige ins Netz gestellt hat. Darauf zu sehen: das T-Shirt und das vermisste Smartphone. 

Kölz fordert die Vernehmung der Freundin. „Sie wird bestätigen, dass es ihr Handy ist.“ Richterin Thies: „Aber der Zeuge sagt, es sei seins.“ Aussage steht gegen Aussage. 

Zwar heißt das Prinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“, aber einen Freispruch gewährt die Richterin dem Mann nicht. Stattdessen stellt sie das Verfahren „ohne Erstattung der notwendigen Auslagen“ des Angeklagten ein – und zwar im Hinblick auf ein weiteres Verfahren, das gegen den 33-Jährigen anhängig, aber noch nicht verhandelt ist. 

Darin geht es um Computerbetrug – und wieder um eine Geschichte voller Zufälle. Wie es heißt, hat der Beschuldigte eines schönen Tages einfach so eine Kreditkarte gefunden. Damit bestellte er im Internet einen Computer. Doch das Beweisstück ist weg. 

Er sagt, er habe den Laptop einem krebskranken Freund geschenkt, aber der habe das Gerät bei einer Bahnfahrt verloren. 

Ob’s diesmal einen Freispruch gibt, ist noch offen.

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