Mann im MK erhält bittere Quittung für Hang zu teuren Smartphones

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Für seinen verhängnisvollen Hang zu teuren Smartphones hat ein 25-jähriger Mann aus dem MK eine bittere Quittung erhalten.  

Für seinen verhängnisvollen Hang zu teuren Smartphones hat ein 25-jähriger Mann aus dem MK eine bittere Quittung erhalten.

Lüdenscheid – Neun Betrugstaten mit einem Gesamtschaden von mehr als 7800 Euro warf die Anklage einem 25-jährigen Lüdenscheider vor. Am Ende des Strafverfahrens im Amtsgericht blieben sechs Taten und ein Schaden von „nur“ noch knapp 2300 Euro übrig. Die fällige Haftstrafe von einem Jahr wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Betrug setzt die Absicht eines Täters voraus, die zu erwartende Rechnung nicht zu bezahlen. Bei den ersten drei von insgesamt fünf Online-Bestellungen konnte der Angeklagte aber noch davon ausgehen, dass er die fälligen Raten für die teuren Mobilfunkverträge würde bezahlen können. Tatsächlich bediente er die Verträge, bis er seine Arbeitsstelle verlor.

Der große Bedarf an hochwertigen Mobilfunkgeräten resultierte anfangs aus äußerst widrigen Umständen: Das erste iPhone im Wert von 1549 Euro „ist in die Toilette gefallen“, erklärte der Angeklagte. Das zweite im Wert von 1649 Euro sei ihm „geklaut“ worden. Daraufhin musste ein dritter Mobilfunkvertrag her, der ein Handy im Wert von 1649 Euro beinhaltete.

„Er war zahlungswillig“, versicherte Verteidiger Heiko Kölz. Doch dann hatte die Arbeitslosigkeit die kühne Finanzierung hochwertiger Handys in sich zusammenbrechen lassen. Um die Löcher zu stopfen, schloss der 25-Jährige noch zwei weitere Mobilfunkverträge ab und verkaufte die so erlangten Handys. Diesmal hätte er wissen müssen, dass er die Rechnungen nicht mehr würde bezahlen können.

Zu diesen zwei Betrugstaten kamen noch vier weitere auf einem etwas anderen Gebiet: Auf eigene Rechnung konnte der 25-Jährige wegen erheblicher Schulden und diverser Schufa-Einträge nichts mehr bestellen. Deshalb nutzte er das Konto seines Vaters für die Bestellung hochwertiger Markenkleidung. Vier Lieferungen im Gesamtwert von rund 1220 Euro blieben letztlich unbezahlt. Richter Andreas Lyra fasste die große Dummheit prägnant zusammen: „Wenn die Kohle fehlt, ist es schlecht zu bestellen!“

In seiner Urteilsbegründung wurde er noch deutlicher: Es sei eine „ziemliche Frechheit, sich in solcher finanzieller Lage recht teure Markenklamotten zu bestellen“. Zusätzlich zur verhängten Bewährungsstrafe wegen „gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen“ muss der Angeklagte 90 Sozialstunden ableisten und den finanziellen Schaden wiedergutmachen: „Man darf nicht vergessen, dass es um relativ hohe Summen geht.“ Verteidiger Heiko Kölz brachte eine andere Form der Wiedergutmachung ins Spiel: Da die Kleidungsstücke offenbar noch nicht getragen wurden, könne der Angeklagte diese doch zurückgeben. Der 25-Jährige hatte auch noch eine Idee, um seine beträchtlichen Schulden loszuwerden. Er wolle nunmehr einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen, erklärte er.

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