März: Manfred Hardy

Manfred Hardy. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Manfred Hardys jüngste Wiederwahl zum Vorsitzenden des Tierschutzvereins ist nur wenige Tage her.

„Ich will nicht irgendwann in der Presse lesen, ‚Der älteste Vorsitzende eines Tierschutzvereins wird 104’ scherzt der 73-Jährige, den die LN aufgrund seines langjährigen Engagements für den Tierschutz zum Lüdenscheider des Monats März gewählt haben. Eigentlich habe er ja aufhören wollen, betont er im Gespräch, „aber es war weit und breit niemand in Sicht“. Also hat er noch einmal weitergemacht. Die nächste letzte Amtszeit geht bis Anfang 2013. Doch Manfred Hardy macht auch deutlich, dass er trotz seiner Rückzugswünsche noch Spaß am Engagement für Tiere aller Art hat: „Ich habe mich daran gewöhnt. Manchmal habe ich das Gefühl, ich brauche das auch. Das hält jung.“ Und sein Fazit über diese „wichtige Arbeit“ fällt eindeutig aus: „Man hat nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß.“

Geboren wurde Manfred Hardy 1937 in der ehemaligen Römerstadt Trier. Mit Wonne scherzt Hardy über die kulturellen Abgründe zwischen der hochzivilisierten Bäderstadt und den rauhen Bergen des Sauerlandes: „Wir hatten schon geheizte Fußböden, als ihr noch auf den Bäumen gesessen habt.“ Dafür gibt es in Trier ein anderes Problem: „Dort wird nur noch nachts gebaut, damit der Landeskonservator nichts findet.“ 1960 ging Manfred Hardy nach Essen, weil es in Trier in den 50er und 60er Jahren wenig Arbeit gab. Bei Krupp („nicht bei ihm persönlich, sondern in seiner Firma“) arbeitete der junge Mann bis 1982 in der Versuchswerkstatt für Lastwagen – damals „die besten, die in Deutschland gebaut wurden“. Nach einer Zwischenstation in Hemer kam Manfred Hardy 1987 nach Lüdenscheid, wo er 1988 Gisela Risse kennenlernte, mit der er bis heute zusammenlebt – in jener Wohnung, die gleichzeitig das Büro des Tierschutzvereins ist, dessen Amt als Vorsitzender er seit 1999 „an der Backe“ hat. „Die waren so verzweifelt, dass sie keinen hatten, dass sie den erstbesten genommen haben“, gibt sich Hardy humorvoll und bescheiden. Und er dankt seinen eifrigsten Unterstützern – sei es durch Spenden oder die tägliche ehrenamtliche Unterstützung im Tierheim: „Frauen sind unsere größten Spender. Ohne Frauen und Mädchen wäre der gesamte Tierschutz schon zusammengebrochen.“

Derweil platzt Dornbusch aus allen Nähten. 1999 zählte der Verein 218 Fundtiere, 2010 waren es 856. Allen voran die Katzen; Kaninchen und Hunde konkurrieren um Platz 2 in der Häufigkeitsskala. Doch auch größere Tiere müssen untergebracht werden: 58 Pferde kamen seit 1999 ins Tierheim. Das Hängebauchschwein, das jüngst noch zu Gast war, konnte gerade nach Altena vermittelt werden. Zuvor waren bei der neuen Gastfamilie die Bedingungen geprüft worden. Ein Hängebauchschwein hat schließlich genau das gleiche Anrecht auf eine artgerechte Haltung wie jedes andere vermittelte Tier. ▪ thk

Die LN-Redaktion wählt seit Jahresbeginn einen „Lüdenscheider des Monats“. Dies soll eine Person sein, die im abgelaufenen Monat in besonderer Weise in Erscheinung getreten ist – durch außergewöhnliche Leistungen oder großes persönliches Engagement. Aus zwölf „Lüdenscheidern des Monats“ wählen die LN-Leser den „Lüdenscheider des Jahres“. Für jeden gibt es ein kleines Präsent

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