Malteser informieren über Flüchtlingsunterkunft: „Herzenswärme für die Gäste“

Starke Resonanz: Rund 60 Bürger waren zu dem Informationsabend im Kreishaus erschienen.

LÜDENSCHEID -  Die Situation der Flüchtlinge bewegt in diesen Tagen wie kaum ein zweites Thema. Jüngstes Beispiel dafür: eine öffentliche Info-Veranstaltung im Kreishaus speziell zu der Notunterbringung in der Sporthalle am Lüdenscheider Raithelplatz und in der ehemaligen Förderschule „An der Susannenhöhe“ in Halver. Rund 60 Bürger waren an diesem Abend im Kreishaus erschienen. Mehr als von den Initiatoren erwartet. Neben der starken Resonanz ein weiteres markantes Merkmal des Treffens: Skepsis oder gar Feindseligkeit gegenüber den Flüchtlingen spielte keinerlei Rolle. Stattdessen prägte die feste Entschlossenheit zur Hilfe die Atmosphäre.

Das freute neben Landrat Thomas Gemke vor allem auch die beiden Malteser-Vertreter Benjamin Schreiber und Marc Schuler. Zur Erinnerung: Die Malteser aus der Diözese Essen werden ab dem 1. Oktober die Verantwortung für die Betreuung in besagten Notunterkünften in Lüdenscheid und Halver übernehmen. Unterstützung kommt von den beiden evangelischen Kirchenkreisen in der Region (wir berichteten ausführlich).

Das Publikum bei dem Info-Abend bildeten in erster Linie Männer und Frauen, die künftig ehrenamtlich helfen wollen. Außerdem suchen die Malteser aktuell noch insgesamt sechs hauptamtliche Mitarbeiter. Darunter auch Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, so Benjamin Schreiber. Bewerbungsgespräche laufen.

Zum Hintergrund: In der Sporthalle am Raithelplatz und in der früheren Halveraner Förderschule sind seit einigen Tagen jeweils rund 150 Flüchlinge untergebracht. Aus Syrien, aber auch aus andern Ländern. Benjamin Schreiber spricht in diesem Kontext ausdrücklich von „Gästen“. Die werden wohl sechs bis acht Wochen in den beiden Notunterkünften bleiben. Vielleicht aber auch länger. So genau weiß das niemand. „Vieles ist im momentanen Stadium in der Schwebe“, so Schreiber.

Nach ihrer Registrierung können sich die Menschen auch außerhalb der Notunterkünfte frei bewegen, wie Schreiber und Schuler mitteilten. Als Kennzeichen tragen sie am Handgelenk ein Bändchen. In den Notunterkünften selbst ist ein Sicherheitsdienst präsent.

Im Augenblick, so Schreiber, sind die Malteser und ihre Mitstreiter im Begriff, Strukturen für die Betreuung aufzubauen. Ein Ziel dabei: Die betreuten Menschen sollen gerade auch „Herzenswärme spüren“.

Tätigkeitsfelder für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer gibt es mehr als genug. Dazu zählen etwa die Organisation von Kleiderkammern, die Ausgabe von Hygienartikeln, die Sprachförderung, Fahrdienste, eine Kinderbetreuung, Sport- und Kreativ-Offerten sowie spezielle Angebote für Frauen. Die Liste ließ sich fortsetzen. Die Kirchengemeinden können bereits ein rund 130 Personen starkes ehrenamtliches Helfer-Netzwerk vorweisen.

Höchst willkommen sind laut Benjamin Schreiber auch Sachspenden. So etwa Kleidung in kleinen und mittleren Größen, Kinderspielzeug oder Kinderwagen.

Eine ähnliche Info-Veranstaltung wie jetzt im Lüdenscheider Kreishaus ist auch noch für Halver angedacht. Wer künftig helfen will, kann sich unter der kostenfreien Rufnummer 08 00 / 3 66 87 29 direkt an die Malteser wenden. Möglich ist der Kontakt auch unter der Mail-Adresse fluechtlingshilfe-mk@malteser.org.

Von Sebastian Schmidt

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