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"Origin" im Capitol passt in einen Reisekoffer

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Von: Björn Othlinghaus

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Philipp Mohr (rechts) und der Akustikkünstler Selektivton beim Aufbau der Installation. © Othlinghaus

Lüdenscheid - Die beiden Künstler Philipp Mohr und Selektivton sind mit ihrer absolut außergewöhnlichen Arbeit „Origin“, einer interaktiven Sound-Licht-Installation, bei den Lichtrouten vertreten. „Das Kunstwerk wird durch die körpereigene elektrische Kapazität der teilnehmenden Besucher gesteuert“, erklärt Philipp Mohr.

In den Aufstellungsort der Installation, das alte Capitol-Kino in der Oberstadt, haben sich die beiden Künstler gleich verliebt. André Westermann, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, die die Lichtrouten produziert, hatte quasi in letzter Minute die Nutzung des alten Kinosaales klar gemacht. „Dieser ehemalige Kinosaal hat eine großartige Atmosphäre und einen tollen Hall, was die Wirkung unseres Kunstwerkes noch intensiviert“, ist sich Selektivton sicher, der überwiegend für den akustischen Part der Installation verantwortlich zeichnet.

Im Mittelpunkt des Werkes stehen zweierlei Objekte, und zwar die strahlenförmige Installation sowie ein Theremin, bei dem es sich um das erste elektronische Instrument handelt, das je gebaut wurde. Bei der Lichtinstallation handelt es sich um ein Objekt aus zylindrischen Projektionskörpern, die vom Zentrum aus mit unzähligen Drahtseilen nach außen abgespannt sind

 „In zerlegter Form passt dieses voluminös aussehende Teil in einen normalen Reisekoffer“ versichert Mohr. Der Aufbau des Konstrukts nahm für die beiden Künstler, die mit der Installation europaweit unterwegs sind, anfangs fünf Tage in Anspruch. „Heute haben wir darin schon so viel Routine, dass wir es in zwei Tagen schaffen“, versichert Philipp Mohr.

Das Theremin, das über einen Computer mit der Skulptur verbunden ist, fungiert als interaktive Schnittstelle für den Besucher, der das Objekt nicht nur beobachten, sondern mit Hilfe des Instruments sowohl in optischer als auch akustischer Form verändern und beeinflussen kann. Viele Musiker halten das Theremin für das am schwersten zu spielende Instrument, da man zwischen zwei Antennen agiert und dabei, ohne das Instrument zu berühren, Töne exakt spielen und treffen muss.

Bei der Installation „Origin“ muss natürlich kein Besucher das Instrument spielen können – es werden vielmehr die Signale, die der Besucher mit seinen Händen zwischen den beiden Antennen erzeugen kann, umgerechnet und beeinflussen sowohl die Farben des zu sehenden Strahlenballes als auch die akustische Begleitung der Installation. Die Installation, aber auch der Raum, in dem sie aufgebaut wurde, zählt ohne Zweifel zu den Höhepunkten der Lichtrouten, zumal viele Lüdenscheider Erinnerungen an den alten Kinosaal und dem Klub „Pearl“ haben, der nach der Schließung des Kinos dort einzog. 

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