Gegen rechten Terror und Gewalt

Nach dem Anschlag in Hanau: Mahnwache auf dem Lüdenscheider Rathausplatz

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Mehrere hundert Menschen ganz unterschiedlicher Parteien und Gruppen nahmen an der kurzfristig organisierten Mahnwache teil.

Lüdenscheid – Auf dem Lüdenscheider Rathausplatz versammelten sich am frühen Freitagabend mehrere hundert Menschen zu einer Mahnwache, um der Opfer des Anschlags in Hanau am Mittwochabend zu gedenken.

Mitglieder aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen, Mitarbeiter der Verwaltung sowie Vertreter zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen und Institutionen waren der Einladung des Integrationsrates der Stadt gefolgt.

SPD-Ratsfrau Sandra Manß, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates und Initiatorin der Mahnwache, betonte: „Heute ist der Tag, an dem wir uns Gehör verschaffen müssen gegen jeglichen Terror.“ Bei ihrer Rede, für die der Brunnen unter den Platanen als Bühne diente, wurde Sandra Manß flankiert von Bürgermeister Dieter Dzewas und SPD-Ratsherr Güner Cebir, der ebenfalls Mitglied des Integrationsrates ist.

Manß mahnte angesichts des mutmaßlichen rechtsradikalen Hintergrunds des Attentats von Hanau: „Hier hat parteipolitisches Geplänkel nichts verloren. Die politischen Parteien haben Schulter an Schulter gegen Rechts zu stehen. Ich sehe hier alle Ratsfraktionen vertreten und fordere alle Politiker und alle Bürger unseres Landes auf, sich zusammen für ein lebenswertes Deutschland überparteilich einzusetzen.“

Zu den Klängen von „Amazing Grace“ verlas Sandra Manß die Vornamen der Opfer und legte für jeden Namen eine rote Rose nieder. Anschließend ergriff Cebir das Wort, hob die mutmaßlich rechtsradikale, von Verschwörungstheorien durchsetzte Gesinnung des Täters hervor und mahnte, dass das nicht die Tat eines geistig verwirrten Mannes gewesen sei. Er forderte Solidarität mit den Opfern und Hinterbliebenen und entschiedenes Eintreten gegen Rassismus.

Auch Hella Goldbach, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sprach sich dafür aus, Rechtsradikalismus konsequent zu bekämpfen. Angesichts der jüngsten Ereignisse, zu denen sie auch den Mord an Walter Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle zählte, sagte Goldbach: „Es darf nicht immer nur geredet werden, sondern es müssen auch Taten folgen.“

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