Hohe Anforderungen

Solistin Hanna Rabe setzte Glanzpunkte.

LÜDENSCHEID - Eine glänzend auflegte Solistin, Hanna Rabe (Harfe) und das von Dirigent Thomas Grote inspirierend geführte Märkische Jugendsinfonieorchester (MJO) begeisterten ihr Publikum im Kulturhaus. Das Konzert unter dem Titel „Wagner und Wasser“ war nahezu ausverkauft.

Mitten hinein auf stürmische See führte die wechselvolle Ouvertüre der Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“. Die Düsternis rau tobender stürmischer See wurde vom Orchester exzellent aufgenommen, der abrupte Wechsel zu trügerischer Ruhe glänzend umgesetzt. Berauschend ging es dem Ende der Ouvertüre zu. Ein vielversprechender Beginn, den das Publikum mit reichlich Applaus quittierte.

Gut positioniert hatte Grote im Programm Carl Reineckes Konzert für Harfe und Orchester e-Moll Opus 182 und das Werk deshalb hinter Wagner gesetzt. Kurzer Umbau, Solistin Hanna Rabe und Helfer transportierten die Harfe mit einem Sackkarren zum Podest neben dem Dirigentenpult. Während die einen Harfe und Notenständer positionierten, übernahm Dirigent Grote spontan und von Beifall begleitet den Rücktransport des Sackkarren. Von da ab schenkte man der Solistin des Abends, die von der Märkischen Kulturkonferenz mit dem Märkischen Stipendium für Musik 2013 ausgezeichnet wurde, ungeteilte Aufmerksamkeit. Dies war auch nötig, schließlich geht es in Reineckes Werk nach der knappen Orchestereinleitung ohne viel Federlesens hinein in die Entfaltung solistischen Harfenspiels virtuosen Zuschnitts. Offenbar liebt Hanna Rabe die Herausforderung. Sichtlich von der Musik getragen, fügte sie ihrem Spiel Ausdruck, Eleganz und Leichtigkeit bei, hatte dabei immer noch die Souveränität, einen kurzen Blick zum Dirigenten zu starten. Herrlich setzte sie im zweiten Satz die sanften Flageolett-Akkorde, machte sich auch im dritten Satz zu herrlichem Spiel und perfekter Linie auf. Mehrmals wurde sie nach langem Beifall vom Publikum zurück auf die Bühne geholt und so zu einer kleinen Zugabe bewegt. Sie gewährte Debussys „Claire de Lune“. Rein, stimmungsvoll und herrlich verhalten.

Anatoly Konstantinowitsch Ljadows kurze Komposition „Der verzauberte See“ diente als fein vertrackter Übergang nach der Pause. Claude Debussys drei sinfonische Skizzen „La Mer“ führten Orchester wie Publikum in die Klangwelt des Impressionismus. Ein Gradmesser fürs Orchester, das unter Thomas Grote trotz der hohen Anforderungen wie beflügelt wirkte.

Das Publikum forderte am Ende eindringlich eine Zugabe. Zum Kehraus gab es Dvoraks berühmten slawischen Tanz. - usc

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