Sinfoniker und anatolische Tänzer im Einklang

Anatolische Tänze und mitteleuropäische Musik im Einklang.

LÜDENSCHEID - Crossover in der Schützenhalle mit dem „Orientexpress“ unterwegs: Traditionelle west- wie mitteleuropäische Musik, nahöstlicher und kleinasiatischer Klang, Folklore und traditioneller anatolischer Tanz waren am Samstag zu einem belebenden Projekt verschmolzen.

Rund fünfhundert Zuhörer, darunter auch Landrat Gemke und ihm zur Seite der aus Essen angereiste türkische Vizekonsul Sezai Ekiz, ließen sich vom gemeinsamen Programm des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) und der Gruppe Dance of Harmony (DOH) des Kulturzentrums der alevitischen Gemeinde Lüdenscheid begeistern.

Frenetisch war der Beifall am Ende eines erfolgreich präsentierten Projektes, mit dem man auch zum Teil Neuland betreten hatte. Erstmals spielten die jungen Musiker des MJO Kompositionen, zu denen türkische Tänzerinnen und Tänzer, Choreographie Ibrahim Nergiz, auftraten. Das Ensemble Dance of Harmony musste sich auf die ungewohnten Klänge eines Sinfonieorchesters mitteleuropäischer Prägung einstellen. Natürlich half dabei, dass „Dance of Harmony“ bereits eine Synthese aus traditionellen Tanzfiguren aus Anatolien und modernen westlichen Tanzstilen pflegt. Dies ließ sich mit der Spielfreude des Jugendsinfonieorchesters gut verbinden.

Was mit einem Intermezzo aus „Tausendundeine Nacht“ von Johann Strauss begann, führte über Demir Durukans Umsetzungen für Volksweisen und traditionelles Liedgut, Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ KV 384, den Persischen und Ägyptischen Marsch von Strauss bis hin zur Zugabe „Salome“ von Robert Stolz. Abgerundet wurde der sinnlich bestimmte erste Teil des Abends mit Borodins Sinfonie Nr. 2, h-moll. Die einen genossen es, andere spazierten gemütlich nach Hause. Locker präsentierte sich auch Landrat Thomas Gemke, der von dem überzeugenden Thomas Grote den Dirigentenstab in die Hand gedrückt bekam. Hoch erfreut griff Gemke zu und kommentierte gekonnt das automatisierte Spiel des Orchesters. Das Besondere am MJO sei dessen Flexibilität, auch mit „Gastdirigenten zurecht zu kommen“, ließ er denn auch im Anschluss daran beziehungsreich verlauten.

Gemke hob zudem in einem Frage- und Antwortspiel mit Grote den innovativen Aspekt des Projektes, da „Kulturen zusammen kommen“, hervor. Das Schönste dabei sei wohl für die Beteiligten weniger die Konzertpraxis, sondern des gemeinsame Erlebnis der Probentage in einer Jugendherberge.

Im Märkischen Jugendsinfonieorchester erblickte der Landrat zudem einen „wunderbaren Botschafter für den Märkischen Kreis“, der auch voll hinter dem Orchester stehe. Das hoch gelobte Ensemble unter Tomas Grote antwortete mit Musik aus Carl Maria von Webers Oper „Abu Hassan“, der Adaption eines Märchens aus Tausendundeiner Nacht.

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