SPD nominiert ihre Bundestagskandidaten

Baradari, Celik, Lugk, Geyhan: Wer wird SPD-Kandidat für den MK bei der Bundestagswahl?

Gordan Dudas SPD
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SPD-Unterbezirksvorsitzender Gordan Dudas

Am Freitag und am Samstag wird die heimische SPD jeweils in Delegiertenversammlungen entscheiden, wer für sie als Kandidat oder Kandidatin bei der Bundestagswahl im September antreten wird. Drei unbeschriebene Blätter und eine gerade einmal knapp anderthalb Jahre agierende Abgeordnete gehen ins Rennen.

Märkischer Kreis - Im Vorfeld dieser Nominierungs-Sitzungen sprach Willy Finke mit Gordan Dudas, dem Lüdenscheider Unterbezirksvorsitzenden und Landtagsabgeordneten.

Herr Dudas, den Wahlkreis 150 hat die Iserlohnerin Dagmar Freitag bei den letzten Bundestagswahlen jeweils direkt für die SPD gewonnen. Sie tritt nicht mehr an. Nun bewerben sich die SPD-Vorsitzende einer brandenburgischen 27.000-Einwohner-Stadt und ein bisher über die Ortsgrenzen hinaus unbekannter Ratsherr aus Balve um die Bundestagskandidatur gegen CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Hätten Sie sich profiliertere Bewerber gewünscht?

Yalcin Geyhan will im Wahlkreis 150 antreten.

Ich freue mich ganz besonders, dass wir nicht nur einen, sondern sogar die Auswahl zwischen zwei guten Kandidaten haben. Da ist der Herkunftsort zweitrangig.

Und Sie halten beide Kandidaten für geeignet?

Der Eindruck, den ich von beiden habe, ist positiv.

Aus Brandenburg über den Märkischen Kreis nach Berlin? Bettina Lugk will es.

Kennen Sie Frau Lugk und Herrn Geyhan persönlich?

Herrn Geyhan kenne ich persönlich. Frau Lugk hat sich auf diesen Wahlkreis beworben. Da hat es natürlich aufgrund der Pandemiesituation vorab Gespräche per Videokonferenz gegeben. Diese Vorstellungsrunde war auch durchaus überzeugend.

Haben der Unterbezirk oder Ortsvereine aktiv außerhalb der Kreisgrenzen nach jemandem gesucht, der sich bewirbt?

Nein, Frau Lugk hat sich von sich aus bei uns beworben.

Wie ist sie gerade auf den Märkischen Kreis gekommen?

Sie ist Mitarbeiterin von Ulla Schmidt, der früheren Bundesgesundheitsministerin und Bundestags-Vizepräsidentin. Sie war mit Frau Schmidt vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung im Märkischen Kreis und hat damals auch den Kreis bereist. Das ist offenbar positiv bei ihr hängen geblieben. Also hat sie sich jetzt beworben, als bei uns der Wahlkreis frei wurde.

Aus Iserlohn, der größten Stadt des Märkischen Kreises, geht niemand an den Start. Führen Sie das auf den desolaten Zustand der dortigen SPD zurück?

Das würde ich nicht so sagen. Jedenfalls hat aber aus Iserlohn niemand Interesse bekundet. Das ist in der Tat seit vielen Jahren das erste Mal.

Welchen der beiden Bewerber für den Wahlkreis 150 unterstützen Sie persönlich?

Ich bin da absolut neutral.

In einem Satz - worin liegen die jeweiligen Stärken der Kandidaten?

Herr Geyhan ist als Kommunalpolitiker sehr engagiert und hat die notwendige Bodenhaftung. Frau Lugk ist auch aufgrund ihrer Tätigkeit im Büro von Frau Schmidt fachlich hoch kompetent.

Kommen wir zum Wahlkreis 149 Märkischer Kreis/Olpe. Hier tritt ein sachkundiger Bürger aus Kierspe im Rennen um die Kandidatur gegen die bisherige Abgeordnete Baradari aus Attendorn an. Unterstützen Sie die Kandidatur Sercan Celiks persönlich?

Auch hier wird sich der Unterbezirk Märkischer Kreis neutral halten.

Nezahat Baradari ist sein anderthalb Jahren Bundestagsabgeordnete.

Sind Sie mit der bisherigen Arbeit von Nezahat Baradari vorbehaltlos zufrieden?

Sie leistet in fachlicher Hinsicht gute Arbeit.

Frau Baradari soll sich gegen die Armenien-Resolution des Bundestages ausgesprochen und diese als „Türkei-Bashing“ bezeichnet haben. Ist Ihnen das bekannt?

Die Position von Frau Baradari zur Armenien-Resolution ist mir nicht bekannt. . Ihre Auffassung sollte bei ihr selbst erfragt werden.

Ist Ihnen bekannt, dass Frau Baradari das Büro von Karl Lauterbach aufgefordert haben soll, gegen eine Berichterstattung vorzugehen, in der ihr Gegenkandidat Sercan Celik ein Foto zur Verfügung gestellt hat, auf dem er gemeinsam mit Karl Lauterbach zu sehen ist?

Mir ist nicht bekannt, ob Frau Baradari das Büro von Herrn Lauterbach kontaktiert hat. Allerdings ist mir der Sachverhalt bekannt.

Haben Sie Kenntnis davon, dass Frau Baradari die Delegierten aus dem Kreis Olpe eingeladen hat, auf Ihre Kosten mit einem Taxi zur Delegiertenversammlung nach Attendorn zu fahren, dieses Angebot den Delegierten aus dem Märkischen Kreis aber nicht gemacht hat?

Davon habe ich gehört.

Was meinen Sie dazu?

Es bleibt Frau Baradari natürlich überlassen, wem sie das Angebot macht, mit dem Taxi zur Delegiertenversammlung zu fahren –- und wem nicht. Die Delegierten aus dem Märkischen Kreis werden alle mit ihren Pkw anreisen.

Halten Sie es für klug, wie Frau Baradari in dieser Sache vorgeht?

Ich würde das nicht so machen.

Wo liegen in Ihren Augen die Stärken von Herrn Celik und Frau Baradari?

Serkan Celic will im Wahlkreis 149 antreten.

Herr Celik ist sehr wissbegierig und engagiert. Er hat viel Potential in Hinblick auf Mandate. Frau Baradari ist als Ärztin im Bundestag im Bereich des Gesundheitswesens sehr gut im Thema und hat Ahnung von den Dingen, mit denen sie fachlich zu tun hat.

Durch den Zuschnitt des Wahlkreises 149 stehen die Chancen auf eine Direktwahl für einen SPD-Kandidaten nicht besonders gut. Ist das der Grund dafür, dass die Lüdenscheider SPD als größter Stadtverband des Südkreises niemanden ins Rennen schickt?

Unter unseren Mitgliedern hat sich kein Interessent gefunden. Insofern hat sich diese Frage gar nicht gestellt.

Worauf führen Sie dieses Desinteresse zurück?

Es ist ja nun mal so, dass wir eine amtierende Bundestagsabgeordnete haben. Das kann für viele Genossinnen und Genossen ein Grund gewesen sein, von sich aus nicht zu kandidieren.

Und mit der amtierenden Bundestagsabgeordneten sind alle märkischen SPD-Mitglieder zufrieden?

Ob sämtliche Mitglieder zufrieden sind, kann ich nicht beurteilen.

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