Märkische Werkstätten nehmen Elektroschrott an

LÜDENSCHEID – Ab sofort nehmen die Märkischen Werkstätten am Standort Kerkhagen nach einer mehrjährigen Pause wieder regelmäßig ausgediente Elektrogeräte an.

Alle Geräte, die überlicherweise in Privathaushalten genutzt werden, können von Bürgern seit Montag kostenfrei an der Sammelstelle abgegeben werden. Eine Ausnahme bilden lediglich Kühl- sowie Klimageräte, Ölradiatoren sowie stark verschmutzte oder zerstörte Geräte. Geöffnet ist die Annahmestelle montags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstafs von 8 bis 15.30 Uhr und freitags 8 bis 15 Uhr. Für Rückfragen stehen die Märkischen Werkstätten unter Tel.: 0 23 51/9 38 70 zur Verfügung.

Zwei behinderte Mitarbeiter kümmern sich um die Annahme der Geräte. Die fachgerechte Zerlegung durch speziell geschulte behinderte Mitarbeiter erfolgt anschließend in den Iserlohner Werkstätten. Separierte Schadstoffe werden dort entsorgt, ein Großteil der anderen Bestandteile wird „stofflich verwertet“, also wieder als Rohstoff eingesetzt. Damit können Elektro-Altgeräte über den Recyclinghof von STL hinaus an einer zweiten Stelle in Lüdenscheid abgegeben werden. Ein Service, den auch STL begrüßt und durch die Bereitstellung eines Sammelcontainers unterstützt.

Zur Erinnerung: Bis zum Jahr 2006 wurden elektrische Altgeräte aus dem märkischen Kreis bei den Märkischen Werkstätten in Lüdenscheid sowie bei den Iserlohner Werkstätten bearbeitet. Ab dem 24. März 2006 änderte sich diese gut funktionierende Zusammenarbeit quasi „per Gesetz“. Durch das neue Elektrogesetz waren nicht mehr die kommunalen Partner für die Entsorgung zuständig. Vielmehr wurde die Entsorgungsverantwortung auf die Hersteller von Elektrogeräten übertragen. Die Gerätehersteller suchten vor Inkrafttreten des Elektrogesetzes in großen, bundesweiten Ausschreibungen nach geeigneten Entsorgungspartnern.

Diese Entwicklung sorgte dafür, dass sich die Situation bei den Werkstätten als kleineren Recyclern erst einmal deutlich verschlechterte. Elektrogeräte wurden nun meist nicht mehr in der Region bearbeitet, sondern häufig zu weiter entfernten großen Schredderanlagen gefahren.

Davon waren auch die Werkstätten für behinderte Menschen in Iserlohn und Lüdenscheid betroffen. Die Märkischen Werkstätten in Lüdenscheid entschieden sich aus diesem Grund im Jahr 2007 schweren Herzens den Bereich E-Recycling aufzugeben.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, haben die Werkstätten ihren deutschlandweit aktiven Verbund, die Gesellschaft der Werkstätten (GDW) um Unterstützung gebeten. Über die GDW wurde eine bisher wenig genutzte Möglichkeit des Elektrogesetzes aufgegriffen: Neben dem zentral gesteuerten System, welches derzeit stark von Großunternehmen der Entsorgungsbranchen dominiert wird, können Elektro-Hersteller parallel ein eigenes Sammelsystem nutzen. Hier ist es der GDW gelungen, Hersteller für dieses Konzept zu begeistern.

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