Märkische Kulturkonferenz vergibt Stipendium

12 000 Euro für Mathias Stelzer

Mathis Stelzer Horn MKK Märkische Kulturkonferenz Kulturhaus
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Mathias Stelzer ist der neue Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz.

Mathias Stelzer heißt der Musik-Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz (MKK) 2021. In einem abwechslungsreichen Auswahlkonzert setzte sich der 1996 im Schwarzwald geborene Musiker im Kulturhaus gegen seine beiden Mitbewerber durch.

Lüdenscheid - Das Stipendium unterstützt Nachwuchsmusiker auf dem Weg zu ihrer künstlerischen Reife ein Jahr lang mit 1000 Euro monatlich. In der Jury saßen Ulrich Frenschkowski, Rainer Maria Klaas, Frank Zabel, Detlev Seidel sowie als gelernte Hornisten Stefan Fellhauer und Carolin Nordmeyer, die im Märkischen Kreis als Dirigentin des Märkischen Jugendsinfonieorchesters bekannt wurde. Auch das Publikum hatte wieder eine eigene Stimme. Die Gunst der Besucher verteilte sich ziemlich gleichmäßig auf die drei Musiker, die bei der Stimmenzahl fast gleichauf lagen.

Es sind schwierige Zeiten für Musiker, die derzeit coronabedingt nicht vor größerem Publikum auftreten dürfen. „Ich freue mich, dass ich endlich wieder vor Menschen spielen kann“, begrüßte Mathias Stelzer das Publikum im Theatersaal, das in dessen weitem Rund verteilt saß. Der spätere Sieger eröffnete den Reigen mit Werken aus Klassik und Romantik: Der Franzose Paul Dukas schrieb eine „Villanelle“ für Horn und Klavier. Das Werk bot Mathias Stelzer Gelegenheit, die 4000 Jahre alte Kulturgeschichte des Horns zu streifen. Dazu hatte er ein Schneckenhorn aus einer Meeresmuschel mitgebracht. Die größte technische Innovation der Hörner vollzog sich in der Zeit des Barock: Das Ventilhorn löste das Naturhorn ab, bei dem die Hand im Schallbecher die unterschiedlichen Tonhöhen erzeugt. Das Naturhorn sei schwierig zu spielen, hieß es seitens der gelernten Hornisten in der Jury, die Mathias Stelzers Auftritt auch in dieser Hinsicht zu würdigen wusste: Er spielte nicht nur einen Satz der „Villanelle“, sondern auch den ersten Satz von Mozarts erstem Hornkonzert auf dem Naturhorn. „Das Horn ist die Seele des Orchesters“, zitierte er Robert Schumann, der das allererste Solostück für Ventilhorn geschrieben habe: „Adagio und Allegro op. 70 für Horn und Klavier“.

Als künstlerisch reife Persönlichkeit präsentierte sich der zweite Bewerber Tillmann Höfs. Gemeinsam mit seiner ebenfalls großartigen Duo-Partnerin Akiko Nikami überzeugte er mit Krzystof Pendereckis Hornkonzert „Winterreise“ - das aufregendste Musikstück dieses Abends, das von einer ganz eigentümlichen Spannung und vielen Zitaten aus der Geschichte der Kompositionen für Horn durchzogen war. „Es ist eines der besten Konzerte unserer Horn-Literatur“, erklärte Tillmann Höfs, und man mochte ihm das glauben. Auch das innige Zwiegespräch mit der Pianistin im ersten Satz von Beethovens „ absolutem Klassiker“, der „Sonate für Horn und Klavier F-Dur op. 17, war beeindruckend. Doch bei Tillmann Höfs, der schon sehr erfolgreich mit vielen renommierten Orchestern als Solist konzertiert, stellte sich die Frage, welchem persönlichen Ziel das Stipendium noch dienen soll.

Für die Pianisten wurden Corona-konform die Tasten des Klaviers desinfiziert.

Auch Nicolas Reiter, der dritte Bewerber, moderierte sein kleines Konzert und nahm die Besucher mit auf eine Fantasiereise in den Himalaya. Den Anlass lieferte „Tipsy Howl für Solo Horn“ des 1953 geborenen Zhou Long. „Schauen Sie mal, was man mit einem Ventilhorn alles machen kann“, kündigte Reiter eine Reise durch verschiedene Klangwelten an. Darüber hinaus spielte er Werke von Antonio Rosetti, Eugène Bozza und Giacomo Puccini.

Die Bekanntgabe des Stipendiaten in der Sparte Kunst erfolgt im Rahmen einer Ausstellungseröffnung in der Städtischen Galerie Lüdenscheid am 23. Oktober. Die traditionelle MKK-Lesung entfällt in diesem Jahr Corona-bedingt.

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