Märkische Kliniken: Verbund erwirtschaftet Überschuss

Der Verbund der Märkischen Kliniken hat im zweiten Jahr in Folge einen Überschuss erwirtschaftet.

MÄRKISCHER KREIS ▪ Gut aufgestellt sieht sich die Märkische Kliniken GmbH für die Herausforderungen im Gesundheitswesen, das vom demographischen Wandel und dem Auseinanderdriften von Kosten und Erlösen geprägt ist. Im zweiten Jahr in Folge konnte der Klinikverbund einen Jahresüberschuss erwirtschaften, auch wenn er mit knapp 720 000 Euro deutlich unter dem Vorjahresergebnis (1,32 Millionen Euro) und unter der geplanten Ergebnissumme von 4,1 Millionen Euro liegt.

Das ergibt sich aus dem Geschäftsbericht, den die Märkischen Kliniken in diesem Jahr erstmals erstellt haben. Detailliert listet er nicht nur die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres auf, sondern enthält auf fast 100 Seiten auch umfangreiche Hintergrundinformationen zur Unternehmensstruktur und zum Versorgungsspektrum der Kliniken und Institute.

Wer das umfangreiche Werk studiert, bekommt so einen guten Einblick in die Entwicklung der drei angeschlossenen Krankenhäuser. Die Märkische Kliniken GmbH gehört mit mehr als 2000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im Märkischen Kreis und stellt einen wesentlichen Teil der Gesundheitsversorgung sicher. Dabei haben sich die drei Standorte im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt.

Das Klinikum Lüdenscheid mit 904 Betten liegt mit rund 34 750 stationären Fällen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Das Marienhospital Letmathe (90 Betten) konnte durch einen neuen Chefarzt für die Chirurgie und die Schmerztherapie ihre Fallzahl um 300 auf rund 3400 erhöhen. Ganz anders dagegen sieht es an der Stadtklinik Werdohl (110 Betten) aus, wo im März die geburtshilfliche Station geschlossen wurde. Dort gingen die Fälle auf rund 4400 zurück. Laut dem aktuellen Feststellungsbescheid vom Februar, den das Landesgesundheitsministerium im Rahmen der Krankenhausplanung erteilt hat, sind diese Zahlen im wesentlichen festgeschrieben worden. Die Standorte werden, so der Geschäftsbericht, auf Grund der Krankenhausplanung nicht in ihrer Existenz gefährdet.

Die unterschiedliche Entwicklung an den drei Standorten spiegelt sich allerdings auch in der Ergebnisentwicklung wieder. Während Lüdenscheid und Letmathe einen Überschuss von zusammen rund 1,6 Millionen Euro erwirtschaften konnten, ist in Werdohl ein Minus von 929 000 Euro zu verzeichnen. Im Geschäftsbericht wird dies auf die ungünstigen Strukturen der kleinen Standorte und einen hohen Investitionsanteil aus Eigenmitteln zurückgeführt. Weitere Restruktrurierungsmaßnahmen sollen hier die Verluste begrenzen, da sich laut Geschäftsbericht nichts an den schwierigen Bedingungen ändern wird.

Die meisten der 2006 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im Klinikum Lüdenscheid konnten 2009 abgeschlossen werden und erzielten laut Geschäftsbericht gegenüber 2005 einen Effekt von mehr als 16 Millionen Euro. Dass der Jahresüberschuss dennoch unter dem geplanten Ergebnis liegt, wird unter anderem auf die überproportionale Steigerung der Personalkosten und den Einkauf von externen ärztlichen Fachkräften zurückgeführt.

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