Sorge vor Fachkräftemangel

Märkische Kliniken erzielen auch für 2016 einen Überschuss

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Dr. Thorsten Kehe sieht die Kliniken auf dem richtigen Weg in die Zukunft.

Lüdenscheid - Die Märkischen Kliniken schließen das Wirtschaftsjahr 2016 voraussichtlich mit einem leicht verbesserten Erlös gegenüber den 1,9 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum ab. „Wir machen mit diesem Ergebnis einen weiteren Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Thorsten Kehe.

Im Mittelpunkt der Entwicklung stehe ein kontinuierliches Wachstum, um das Haus der Spitzenversorgung in Hellersen wie auch die Einrichtungen in Werdohl und Letmathe zukunftssicher zu machen. Es gehe nach einer schwierigen Zeit weiter aufwärts. 

„Aber es reicht noch nicht“, wie Kehe erläuterte. Auf rund zehn Millionen Euro pro Jahr beläuft sich der Investitionsbedarf für die bauliche Unterhaltung sowie für den Gerätepark. Rund die Hälfte der Kosten übernimmt das Land, den anderen Teil muss die Klinik finanzieren, um nicht in einen Sanierungsstau zu geraten.

Auch für dieses Jahr stehen wieder eine ganze Reihe von Maßnahmen an: der Umbau der Kantine, die Sanierung der geschlossenen psychiatrischen Station, die Modernisierung der technischen Ausstattung in Hellersen und Letmathe sowie Veränderungen in der Apotheke. Hinzu kommen Anschaffungen in der Medizintechnik – zum Beispiel ein neues CT für eine Million Euro oder der Austausch von Herzkatheter-Messplätzen. „Zug um Zug müssen die verschiedenen Bereiche den neuesten Anforderungen angepasst werden.“ 

In der Gewinnzone werde es nach den Worten des Geschäftsführers weiter maßvoll nach oben gehen. Diesen Aufwärtstrend honorierten inzwischen auch die Banken. Gleichzeitig warnt Kehe vor zu großen Kraftakten. „Wir dürfen das Unternehmen nicht überfordern und wollen die Lücke nicht mit Brachialgewalt schließen.“ Tragende Säule für den Erfolg seien die Mitarbeiter: „Alle tun ihr Bestes, um die Versorgung sicherzustellen. Ohne die Belegschaft ist ein solches Ergebnis nicht möglich.“

Das „herausfordernde Umfeld“ betrifft längst nicht nur den wirtschaftlichen Aspekt. Angesichts der demografischen Entwicklung steige der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen bei einem zunehmenden Fachkräftemangel. Bei 43.000 Patienten im Jahr (Lüdenscheid 35.000, Werdohl 3900 und Letmathe 4200) nehme die Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle ein. Zehn von 300 Arztstellen sind derzeit nicht besetzt, in der Pflege mit 570 Mitarbeitern fehlten ebenfalls zehn Kräfte. „Das klingt auf den ersten Blick noch moderat, bei kleinen Teams sind die Auswirkungen aber schon gravierend. Wir stehen auch erst am Anfang dieser Entwicklung und sind von der Spitze der Personalknappheit noch weit entfernt. Die nächsten Jahre werden für alle noch deutlich schwieriger.“ Schon heute verlange diese Situation von allen Beteiligten enormen Einsatz.

Dabei beschränken sich die personellen Engpässe längst nicht nur aufs Krankenhaus. Fehlende Haus- und Fachärzte erfordern nach Angaben Kehes in naher Zukunft gravierende Veränderungen im ambulanten Bereich. Deshalb sind aus seiner Sicht dringend Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe notwendig, um Arzt-Patienten-Modelle vorrangig für den ländlichen Raum zu entwickeln. 

Gerade kleinere Krankenhäuser könnten eine wichtige Schlüsselfunktion für eine stabile Versorgungssicherheit übernehmen, wenn die Zahl niedergelassener Ärzte aus ganz unterschiedlichen Gründen abseits der Ballungsgebiete weiter zurückgehe.

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