Strafanzeige gestellt

Mängel übersehen, Plakette ausgestellt:  Kfz-Sachverständiger unter Verdacht

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Unter anderem sollen Risse bei der HU-Untersuchung übersehen worden sein.
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Lüdenscheid - Ein staatlich vereidigter Kfz-Sachverständiger ist ins Visier der Ermittler geraten. Der Grund: Bei der Suche nach Mängeln soll er mangelhaft kontrolliert haben. Nur deshalb durfte ein Schrott-Anhänger weiterfahren. 

Nach der Überprüfung eines nicht verkehrssicheren Anhängers bei einer Kontrolle am 21. Januar hat die Polizei Ermittlungen gegen einen Kfz-Sachverständigen eingeleitet. 

Der Mann ist Mitarbeiter einer auswärtigen Prüfstelle, die auch Hauptuntersuchungen (HU) durchführt. Drei Wochen vor der Verkehrskontrolle hatte er den Trailer überprüft und die HU-Plakette ausgestellt. 

Die Lüdenscheider Polizei nannte das „nahezu unglaublich“, „insbesondere deshalb, weil die Risse leicht erkennbar waren und die Bremsbeläge teilweise fehlten“. 

Gegen den Sachverständigen wurde eine Strafanzeige

wegen Falschbeurkundung im Amt

geschrieben, erklärte Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf LN-Anfrage. Die Ermittlungen dazu laufen.

Den Anhänger, auf dem ein Pkw transportiert wurde, führte die Polizei nach der Kontrolle beim TÜV Nord in Lüdenscheid vor. Die Sachverständigen des TÜV stellten insgesamt sechs teilweise durchgehende Risse fest. 

Nur so fiel auch die mangelhafte Hauptuntersuchung durch ein anderes Büro drei Wochen zuvor auf. „Der TÜV Nord hat die schwerwiegenden Mängel am Anhänger erkannt und benannt“, erklärte TÜV-Sprecher Rainer Camen.

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