330 Briefe zum Geburtstag

Mädchen wollte nicht alleine feiern: Geburtstagspost für Julie (4)

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Auch der Bürgermeister schrieb Julie einen persönlichen Brief zu ihrem Geburtstag.

Lüdenscheid - Fast 330 Briefe und Karten erhielt Julie Frohn zu ihrem 4. Geburtstag am Samstag. Weil der Kindergeburtstag wegen des Coronavirus ausfallen musste, hatte ihre Mutter, Jorinna Koneczny, dazu aufgerufen, ihrer Tochter zum Geburtstag Post zu schicken. 

Die Überraschung für die Vierjährige ist gelungen. Allein gestern seien noch einmal zehn Sendungen nachgekommen. Die Absender waren dabei ganz unterschiedlich. Viele seien aus dem gesamten Märkischen Kreis gekommen, aber auch Postzusendungen aus Köln, Bayern oder Schleswig Holstein waren dabei.

„Es war wirklich schön. Wir alle waren begeistert, wie viel Post angekommen ist. Damit hatten wir gar nicht gerechnet“, sagt Jorinna Koneczny. Vor allem Geburtstagskarten erhielt Julie, aber auch lange Briefe mit aufmunternden Worten sowie Päckchen mit Geschenken wie Kuscheltieren. „Es haben zum Beispiel ältere Menschen geschrieben, die auch am Samstag Geburtstag hatten, um Julie aufzumuntern und ihr zu berichten, dass auch sie alleine feiern müssen“, sagt Jorinna Koneczny. Besonders begeistert war Julie, wenn Konfetti oder Glitzer aus der Postkarte rieselten oder Süßigkeiten darin waren. Es wurde aber auch viel gemalt, gezeichnet und gebastelt, wie ein Osterhase oder eine Torte zum Aufklappen.

Nachbarn und Verwandte hatten darüber hinaus Geschenke für das Geburtstagskind vor dem Haus abgelegt und einen besonders tollen Geburtstagsgruß erhielt Julie gleich morgens. Jemand hatte mit Kreide „Alles Gute zum Geburtstag Julie! Deine Nachbarn“ geschrieben und dazu ein Herz und ein Einhorn auf der Straße gemalt.

Einen persönlichen Geburtstagsbrief mit Foto sendete Bürgermeister Dieter Dzewas Julie zu. „Sie ist ihm mal begegnet und kann sich noch daran erinnern“, sagt ihre Mutter. Die Feuerwehr Lüdenscheid schenkte Julie zudem einen Teddybären, der sie trösten soll, wenn sie traurig ist, die Deutsche Post eine Kinderpost zum Spielen und zahlreiche andere Gratulanten schickten ihr einen Gutschein, zum Beispiel für eine Besichtigung eines Rettungswagens in Altena oder zum Eis essen.

Bei so viel Aufmerksamkeit war ihr großer Bruder sogar ein bisschen neidisch. „Er wird im Oktober 13 und sagte, nachdem Julie so viel Post erhalten hat: Hoffentlich haben wir im Oktober an meinem Geburtstag auch noch Corona“, sagt Jorinna Konecnzy. Neben der Ablenkung durch die Post, nutze die Familie das gute Wetter. Es wurde im Garten gespielt und ein Familienspaziergang unternommen. So ist Julie erst abends und nur ganz kurz aufgefallen, dass sie wirklich keinen Besuch bekommen hatte.

Die Geburtstagspost wird nun in einer großen Kiste aufbewahrt – bis zu Julies 18. Geburtstag. Ob sie sich dann noch an diesen ungewöhnlichen Geburtstag erinnert?

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