LWL-Ausstellung „Darf's ein bisschen mehr sein" eröffnet

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Die Ausstellung des LWL ist eröffnet.

Lüdenscheid - Die Wanderausstellung „Darf’s ein bisschen mehr sein“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit dem Untertitel „Vom Fleischverzehr und Fleischverzicht“ in der städtischen Galerie ist eröffnet.

Damit gehe das LWL-Museumsamt für Westfalen erstmals auch auf aktuelle Trends und tiefgreifende gesellschaftliche Debatten ein, hieß es anlässlich der Vernissage. Aus aktueller Lüdenscheider Sicht gab es auch einen Dämpfer fürs stets klamme Museum. Museumsleiter Dr. Eckhard Trox spielte in seiner kurzen Eröffnungsrede auf die Finanzmisere der Kommune, das erfolgreiche Bemühen um Drittmittel (Sponsoring und Spenden) wie auch auf die anstehende Erneuerung der Geschichtsausstellung im Museum an. Entsprechende Versuche zu Neustrukturierungen gebe es erfreulicherweise viele, antwortete die Leiterin des LWL-Museumsamtes für Westfalen, Dr. Ulrike Gilhaus. Angesichts begrenzter Mittel müsse man Förderungen strecken. „Viele Vorhaben verknappen Fördermittel.“ Für die Museen der Stadt sehe sie „nicht vor 2020“ Mittel des Landschaftsverbandes in Aussicht. Das klinge lang, seien aber „nur fünf Jahre“. Mit dieser Aussage musste sich Trox zufrieden geben. Mehr kam dazu nicht.

Die Ausstellung „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ nimmt laut Gilhaus eines der gesellschaftlichen Topthemen auf, denn Fleischkonsum polarisiere. Ziel sei es, dass jeder Besucher Position beziehe. Man habe historische Fakten zusammen getragen, die Lebenswelt der Menschen einbezogen. Es gehe um geschichtlich vermitteltes Bewusstsein. Historische wie aktuelle Bezüge sollten den Diskurs stimulieren. Dabei entspreche man Anregungen, Museen auch zu Stätten der Selbstreflektion zu machen. Nach Ansicht von Gilhaus ist es gut, „dass es provozierende Ausstellungen gibt“. Markant dualistisch ist der Aufbau der Ausstellung: Roten Hintergrund haben die Macher für Fleischverzehr und grünen Hintergrund für Fleischverzicht gewählt.

Verena Burhenne, wissenschaftliche Referentin des LWL-Museumsamtes für Westfalen, hob die große Bedeutung der Fleischproduktion in Westfalen hervor, führte Statistisches zu Produktion, Verbrauch, aber auch ökologische Aspekte vor Augen. In der „Epoche der Fülle“ stelle es ein Privileg dar, sich Gedanken über die richtige Ernährung machen zu können. Dies nehme die Ausstellung auf, man wolle inhaltlich fundiert Anstoß zu Meinungsbildung und Diskurs geben. - usc

Die Wanderausstellung des LWL ist bis zum 12. Juli in den Museen an der Sauerfelder Straße zu sehen. Öffentliche Führungen sind für Sonntag, 14., 21. und 28. Juni sowie für den 5. Juli geplant, Beginn jeweils um 16 Uhr. Die Teilnahme an den Führungen kostet drei Euro. Im Begleitprogramm werden zwei Vorträge angeboten: Am Donnerstag, 28. Mai, spricht Thomas Wewers ab 18 Uhr über vegetarische Ernährung. Am Sonntag, 21. Juni, erklärt Michaela Knitter die chinesische „5-Elemente-Ernährung“. auch hier betragen die Kosten für die Teilnahme drei Euro pro Person.

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