Lüdenscheid ist Vorreiter

Was für ein Luxus! Unternehmen überdacht hunderte Parkplätze der Mitarbeiter

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ABB hat auf dem Gelände des Tochterunternehmens Busch-Jaeger am Freisenberg den weltweit ersten CO2-neutralen Fertigungs-Standort des Konzerns in Betrieb genommen. Das neue Solarkraftwerk überdacht gleichzeitig die Parkplätze der Mitarbeiter.

Lüdenscheid – Was für ein Luxus! Ein großes Lüdenscheider Unternehmen hat hunderte Mitarbeiter-Parkplätze überdacht. Die Mitarbeiter freut es, doch das ist nur ein Nebeneffekt eines deutlich bedeutenderen Ziels.

Medien aus ganz Deutschlandberichteten am Mittwoch aus Lüdenscheid. Im Fokus stand dabei Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg. Der Sohn von Legende Keke Rosberg hat in seiner Zeit als Rennfahrer nach eigenen Angaben „so viele Emissionen rausgeblasen wie kein Zweiter.“ Jetzt weihte er ein Solarkraftwerk in Lüdenscheid ein. Wie passt das zusammen? 

Ziel: CO2-emissionsfrei wirtschaften

Nach seinem Karriereende in der wenig ressourcenschonenden Rennserie hat sich der 33-Jährige ganz dem Einsatz für grüne Technologien verschrieben. Er hat damit einen Weg aufgezeigt, den vor mehr als zwei Jahren auch ABB und das Tochterunternehmen Busch-Jaeger Elektro GmbH am Lüdenscheider Standort beschritten haben. Das ambitionierte Ziel: CO2-emissionsfrei wirtschaften. 

„Auftrag, auf null zu stellen“

„Mission to zero“ (zu deutsch etwa: „Auftrag, auf null zu stellen“) heißt die Vision, die sich die gesamte ABB-Gruppe auf die Fahne geschrieben hat. Ein erster Leuchtturm ist nun in Lüdenscheid entstanden.

Durch „Handauflegen“ nahmen Hans-Georg Krabbe (von links), Nico Rosberg, Adalbert Neumann und Dieter Dzewas die Solaranlage in Betrieb. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Komiker Vince Ebert („Wissen vor 8“ in der ARD). Er hatte vor rund 20 Jahren die Lüdenscheider Lüsterklemme gewonnen.

Die Redner des Festakts am Mittwoch in der Firmenzentrale betonten die Signalwirkung, die vom Freisenberg in die Region Südwestfalen und in die Welt ausgeht. Schließlich sei Lüdenscheid der erste klimaneutrale Fertigungs-Standort des 147.000 Mitarbeiter starken Konzerns, der in den Bereichen Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik sowie Robotik und Fertigungsautomation weltweit führend ist. 

Lukas Bergmann hat das Konzept entwickelt

Wie aber hat es Busch-Jaeger geschafft, die CO2-Emissionen (fast) auf null zu senken? Geschäftsführer Adalbert Neumann hob besonders seinen Mitarbeiter Lukas Bergmann hervor, der das Konzept federführend erarbeitet und begleitet hat. 

Ladevorrichtungen für Elektroautos

Zentraler Baustein ist das am Mittwoch eingeweihte Solarkraftwerk, das pro Jahr so viel „Sonnenstrom“ produziert wie 3.360 Privathaushalte verbrauchen. Der Clou der Anlage: Sie wurde platzsparend auf den überdachten Mitarbeiter-Parkplätzen errichtet, von denen einige bereits über eine Ladevorrichtung für Elektro-Autos verfügen. 

Die Komponenten des klimaneutralen Standorts in Lüdenscheid. 

An Sonnentagen kann durch die Anlage 100 Prozent des Strombedarfs am Standort gedeckt werden, erklärt ABB. In Kombination mit dem bestehenden Blockheizkraftwerk könne sogar überschüssiger Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Bedarfsspitzen würden durch eine Kooperation mit einem Grünstrom-Anbieter (MVV Energie AG) abgedeckt. 

Einsparungen von 630 Tonnen CO2

Effiziente Einsparungen ergeben sich auch durch konsequente Vernetzung und intelligente Speicherung von Energie. 630 Tonnen CO2 sollen so am Standort Lüdenscheid eingespart werden. 

Nico Rosberg zu Gast in Lüdenscheid

Technologisches Herzstück ist ein neu entwickeltes Energie-Management, das durch den Einsatz künstlicher Intelligenz lernfähig ist – und skalierbar. Das bedeutet: Es kann sowohl für größere („Smart City“) als auch kleinere Systeme („Smart Home“) eingesetzt werden. 

Umsetzung ohne staatliche Subventionen

Das Projekt wurde ohne staatliche Subventionen umgesetzt. Einen einstelligen Millionen-Betrag hat Busch-Jaeger am Freisenberg investiert – und hofft, dass es sich mittelfristig rechnet. 

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