Lutz Görner begeistert mit Schiller-Programm

Lutz Görner am Abend im Kulturhaus

LÜDENSCHEID - Ein, vielleicht zwei kleine Versprecher in einem fast zweistündigen Programm, eine Zugabe ohne Worte und ein Publikum, das mit einem Wissen über Johann Christoph Friedrich Schiller nach Hause geht, das kaum ein anderer hat. Das ist die Bilanz eines Abends, den Deutschland berühmtester Rezitator Lutz Görner mit Leben füllt. Wie viel tausend Worte muss dieser Mann in seinem Kopf haben, dass er von seinem „Notenständer“ aus Gedichte interpretiert, Geschichten erzählt, Lebensdaten wiedergibt, die schon so weit weg sind?

„Ich habe lange Zeit zu Schiller keinen Zugang gefunden, weil mir seine Balladen nicht gefallen. Und die werden Sie heute Abend auch nicht hören!“ Von Beginn an stellte Görner am Abend im bestens gefüllten großen Saal des Kulturhauses klar, mit was er sich und sein Publikum zu beschäftigen gedachte: mit den beiden Leben des großen Dichters Friedrich Schiller. Mit „Opiumschlummer und Champagnerrausch“, mit einer gestohlenen Kindheit in einer militärisch geprägten Schule, die Schiller selbst die „Sklavenplantage“ nannte, mit einem unerfüllten Leben voller Selbstzweifel, ohne Beziehung zum weiblichen Geschlecht, ohne jemals den Umgang mit Geld zu erlernen. Eine Zeit, in der der unzufriedene Dichter als Militärarzt in einer heruntergekommenen, verdreckten und spartanisch eingerichteten Wohnung „Die Räuber“ schrieb. Der hervorragende Gitarrist Stefan Sell begleitete Görner bei der Vertonung der Schiller‘schen Gedichte, trug mit spielerischer Leichtigkeit Soli vor und verschaffte dem Rezitator hier und da die verdiente Verschnaufpause. - rudi

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