Schicken Sie uns ihre Bilder von seltsamen Schildern

Fahrlehrer warnen Schüler vor irren Verkehrszeichen in Lüdenscheid

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Der Grünpfeil am unteren Ende des Mastes lädt zu einem teuren Rotlichtverstoß ein.

Lüdenscheid - Die Fahrlehrer in der Kreisstadt sprechen über Mängel und Fehler bei den Verkehrszeichen.

Verkehrsschilder, die vom „Straßenbegleitgrün“ verdeckt oder die verwittert und kaum noch lesbar sind. Schilder, die gar nicht mehr vorhanden sind – oder, miteinander kombiniert, Hinweise geben, die missverständlich, sinnlos oder rechtlich gar nicht zulässig sind. 

Von all solchen Schildern gibt es an den Straßen der Kreisstadt eine ganze Menge, sagt Fahrlehrer Jörg Emmelmann. Auf seinen Touren durch Lüdenscheid entdecken der Fahrlehrer und seine Schüler nach Emmelmanns Worten fast täglich unklare oder fehlende Hinweise. 

„Wir Fahrlehrer reden regelmäßig miteinander darüber und haben uns auch wiederholt an die Stadt gewandt.“ Doch passiert sei meistens nichts, sagt Jörg Emmelmann, der eine Fahrschule in Berlin betrieben hat und seit 2003 in Lüdenscheid Fahranfänger in Theorie und Praxis unterrichtet. „Wir haben resigniert.“ 

Grünpfeil provoziert Rotlichtverstoß

Trotzdem ärgert es ihn, wenn Verkehrszeichen in die Irre führen. Aktuelles Beispiel: die Elsa-Brändström-Straße an der Einmündung Lennestraße. Dort ersetzt eine Baustellenampel derzeit die Signalanlage. 

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Der Grünpfeil ist von der regulären Ampel umgezogen, hängt aber nicht oben neben dem Rotlicht sondern am Fuß des Mastes. Der Fahrlehrer: „Diese Kombination gibt es überhaupt nicht. Diesen Grünpfeil dürfen Verkehrsteilnehmer nicht nutzen.“ 

Wer es trotzdem tut und sich, wenn die Ampel Rot zeigt, in die Einmündung auf die Lennestraße tastet, begeht einen Rotlichtverstoß – wenn er einen anderen Fahrer oder einen Fußgänger dabei gefährdet, kann das 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot kosten. 

Emmelmann: „So was irritiert Fahrschüler – und einen Prüfer möglicherweise auch.“ 

"Das kann man keinem Fahrschüler erklären"

Noch ein Beispiel: Wer sich dem Kreisverkehr vor der Firma Insta an der Hohen Steinert nähert, kann sich nach Angaben des Fahrlehrers „frei entscheiden, ob er links oder rechts in den Kreisel einfährt“. Das Schild fehlt, nur der „Pinn“ ist übrig. 

Emmelmann: „Jetzt kann man da einfach so rumfahren wie man will. Wie soll man das einem Fahrschüler vernünftig erklären?“ 

Der Fahrlehrer kündigt an, dass er und seine Kollegen künftig öffentlich vermehrt auf Missstände bei Verkehrszeichen hinweisen wollen.

Aufruf an unsere Leser:

Nur wenige Beispiele aus der Praxis zeigen, welche Probleme irreführende Verkehrszeichen bereiten können. Wir rufen unsere Leser auf: Wenn Sie sich über missverständliche oder schlecht zu erkennende Markierungen oder Schilder in Lüdenscheid ärgern, schreiben Sie uns und schicken Sie ein aussagekräftiges Foto per E-Mail an die Adresse ln@mzv.net!

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