Einstige Kult-Kneipe: Wasser flutet den Reidemeister

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Nach einem schweren Wasserschaden besteht im Reidemeister Sanierungsbedarf.

Lüdenscheid - Hiobsbotschaft mitten in der Erfolg versprechenden Pächtersuche für Lüdenscheids Kult-Kneipe Reidemeister: Durch einen massiven Wasserschaden ist das Haus schwer beschädigt. Auf Entkernung folgt jetzt Trocknung und danach ist eine Grundsanierung des denkmalgeschützten Bauwerks erforderlich.

Von einem „Bild des Jammers“ sprechen die, die notgedrungen in den letzten Tagen in der einstigen Kult-Kneipe Reidemeister in der Oberstadt ein- und ausgehen mussten. Denn die nach dem Tode des letzten Pächters Klaus Stange seit Monaten geschlossene Kneipe ist nach einem massiven Wasserschaden nicht mehr wiederzuerkennen.

 Komplett entkernt, die Wände bis aufs Mauerwerk freigelegt, Blickachsen von oben nach unten – nun muss das durchnässte Gebäude erst einmal mithilfe von Trocknern in einen Zustand gebracht werden, bei dem an eine Grundsanierung gedacht werden kann.

 Dabei hatte sich zuletzt noch ein Malertrupp von unten nach oben durchs denkmalgeschützte Gebäude gearbeitet, das der Brauereifamilie Vormann in Hagen-Dahl gehört. Sämtliche Wände weiß getüncht, sollte sich die Kneipe so künftigen Pächtern möglichst aufgeräumt präsentieren. 

Doch ein geplatztes Rohr unter der Badewanne in der Pächterwohnung macht nun alle Pläne der Brauerei Vormann in Hagen-Dahl zunichte, den Reidemeister schnellstmöglich wieder zu verpachten.

 „Das ist ein Super-Gau“, sagt Immobilienmakler Rolf Schmacke, den die Brauerei mit der Pächtersuche beauftragt hat. Aber er ist zuversichtlich: „Wir kriegen’s wieder hin.“

 Mit dem Denkmalschutz ist da allerdings ein weiterer Akteur an Bord, der auf die Einhaltung seiner Vorgaben achten wird. Die Sanierung dürfte Monate dauern.

 Dabei gab die Suche nach einem Pächter zuletzt Anlass zu Optimismus. Fünf Anfragen habe es insgesamt gegeben, sagt Schmacke, drei „richtig nette Wirte“ habe er auf jeden Fall in die engere Wahl gezogen. Keiner sei aus Lüdenscheid, aber durchaus „mit alten Wurzeln hier“.

 Zugleich bemühe man sich gerade um Zuschüsse aus dem Fassaden- und Hofflächenprogramm des Altstadtbüros. Einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent gibt es bis zu einer festgelegten Höchstgrenze für die Instandsetzung, Restaurierung, Erneuerung und farbliche Gestaltung von Fassaden. Denn im Zuge einer Neuverpachtung sollte die Kneipe auch von außen wieder etwas her machen. Doch nun zeigen sich Folgen des Wasserschadens sogar an der Fassade, wo sich stellenweise unter der Farbe Wasserblasen gebildet hatten. 

„Wir sind fleißig am Werkeln, haben aber kein Zeitfenster“, sagt Rolf Schmacke auf die Frage nach der Dauer der Sanierungsarbeiten. Ob sich allerdings die Interessenten so lange gedulden können oder wollen, bis der Reidemeister grundsaniert ist, bleibt abzuwarten. Sonst geht die Suche nach neuen Pächtern für die Kneipe mit der – laut Fassadenspruch – „ältesten Schankkonzession der Stadt“ notgedrungen in die nächste Runde. Eine Stellungnahme von der Brauerei Vormann war gestern nicht zu erhalten.

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