Lüdenscheids Blutspender werden immer jünger

Die Zahl der jüngeren Blutspender in Lüdenscheid nimmt zur Freude des DRK spürbar zu.

LÜDENSCHEID ▪ Erleichtert zeigt sich DRK-Stadtverbandsgeschäftsführer Gerd Tolksdorf nach der Einigung im erbitterten Tarifstreit beim Blutspendedienst West des Roten Kreuzes.

Denn damit sei die Streikgefahr gebannt, die vor dem letzten Lüdenscheider Blutspendetermin in der vergangenen Woche doch für erhebliche Verunsicherung geführt hatte. Tolksdorf erinnert sich noch gut an die Tarifauseinandersetzung im Jahre 2007, als der Januar-Termin im DRK-Termin bestreikt wurde und ausfiel. Zahlreiche Blutspenderinnen und Blutspender mussten damals wegen des kurzfristigen Streiks wieder nach Hause gehen, ohne Blut spenden zu können. Viele machten ihrem Unmut Luft, auch in Leserzuschriften an die LN.

Welche Dimensionen ein solcher Streik habe, zeige die hohe Beteiligung am Freitag. „Wir haben 329 Spender gezählt“, freut sich Tolksdorf. Wäre dieser Termin bestreikt worden, dann wäre das DRK nicht nur auf den mehr als 300 vorbereiteten Essen für die Spender sitzen geblieben. „Mit einer einzigen Blutspende hilft jeder Spender drei Menschen“, erläutert Sabine Gräfe, Pressereferentin des Blutspendedienstes West. Neben der Versorgung beispielsweise von Patienten nach Operationen mit roten Blutkörperchen werden aus dem Spenderblut auch drei bis fünf Prozent Blutplättchen gewonnen –  enorm wichtig für die Versorgung von Krebspatienten. Denn bei der Chemotherapie werden Blutplättchen zerstört. Bei einem Streik am Freitag wären also 329 Spenden weggefallen – und damit wichtige Hilfe für rund 1000 Menschen in Not. Wegen der jüngsten Streiks hat der Blutspendedienst West laut Gräfe rund 800 bis 900 Spenden verloren, was angesichts der knappen Vorräte sehr weh getan habe.

Erfreulich ist für Tolksdorf dagegen der gesunkene Altersdurchschnitt. „Lüdenscheids Spender werden immer jünger“, meint der Stadtverbandsgeschäftsführer. Während früher hauptsächlich Menschen im Alter von 50 Jahren an aufwärts gespendet hätten, gäben sich mittlerweile immer mehr junge Leute am DRK-Heim die Klinke in die Hand. „Aktuell haben wir beim letzten Termin 27 Erstspender begrüßt, fast alle 18 bis 20 Jahre alt“, sagt Tolksdorf.

Das liege mit Sicherheit auch an der stärkeren Einbeziehung von Schulen. Wie berichtet, ist der Blutspendedienst heute in den Staberger Gymnasien und am 17. Februar am Bergstadt-Gymnasium – bereits im dritten Jahr. Die Beteiligung in den vergangenen beiden Jahren sei sehr erfreulich gewesen. „Es stimmt nicht, dass junge Menschen sich nicht engagieren“, sagt Gräfe. Sie müssten nur vernünftig informiert werden. - wok

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