Barrierefreie VHS: Dreierlei Forderungen

Der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Klaus-Martin Pandikow hofft auf Hilfe beim Spezial-Stadtführer.

LÜDENSCHEID ▪ Jetzt machen Lüdenscheids Behinderte mobil. Obwohl: „Menschen mit Beeinträchtigungen“, nennt der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Klaus-Martin Pandikow in Anlehnung an die UN-Menschenrechtskonvention diejenigen, für die es im Alltag noch viele Hürden zu bewältigen gibt.

Zum Beispiel beim Besuch von VHS-Kursen. Und hier wolle man nun ansetzen, bekräftigte die Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen auf ihrer letzten Sitzung.

Einen Brief an alle Ratsmitglieder will die Runde formulieren, unterzeichnet von allen dort organisierten Gruppen. Auch eine konzertierte Anmelde-Aktion ist im Gespräch, so dass sich die VHS auf einmal auf zehn bis 15 Menschen einstellen müsste, die unterschiedliche Kurse in dem nicht barrierefreien Alten Rathaus besuchen möchten.

So mancher Behinderte habe längst resigniert, wusste beispielsweise Pandikow-Stellvertreterin Monika Schwanz und meldete sich gar nicht erst zu Kursen an. Andere führen gleich nach Hagen. „Dritte Säule“ soll eine eigene Unterschriftenliste sein, die unter anderem bei der Veranstaltung zum Europäischen Protesttag auf dem Sternplatz ausgelegt werden soll, damit die ähnliche Oberstadt-Initiative zum Verbleib der VHS im Alten Rathaus nicht unwidersprochen bleibt. Der Standort sei letztlich egal, betonte die Runde aber auch. Wichtiger sei, dass endlich die Belange von Menschen mit Behinderungen bei Diskussionen ausreichend berücksichtigt würden. Oder, wie es Thomas Cordt, Leiter des Johannes-Busch-Hauses, formulierte: „Bei der Standortentscheidung muss man den Aspekt des Zugangs berücksichtigen.“

Zumindest bei einer anderen Daueraufgabe kann die Interessenvertretung nun auf Hilfe hoffen. Die „Agentur Barrierefrei NRW“ könnte den Lüdenscheidern bei der Erstellung eines Behindertenführers wesentliche Grundlagenarbeit abnehmen. Das Angebot wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. Erste Kontakte hat Pandikow bereits geknüpft. Jetzt gehe es darum, appellierte er an die Vertreter aller Gruppen, mitzuarbeiten und die Projektmitarbeiter nach Lüdenscheid zu holen. Gemeinsam soll dann noch etwas gelingen: Einen anderen Titel als „Behindertenführer“ zu finden für diesen Wegweiser durch ein barrierefreies Lüdenscheid.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare