Humorvolle Reise ins Ich

+
Anouschka Sarafzade und ihr inneres Ich.

Lüdenscheid - Es ist ein Stück mit Tiefe, aber kein schweres, sagt die Lüdenscheiderin Anouschka Sarafzade über „Inneres Ensemble“. Leicht, aber nicht oberflächlich. Ein Dialog mit dem inneren Ich. Eine Seelenerkundung vor Publikum. Es ist die Suche nach Antworten – „wohin richte ich meinen Blick, um mir selbst auf die Spur zu kommen?“

Die Schauspielerin ist hier geboren und aufgewachsenen, besucht oft und gern ihre Familie in der Bergstadt – und bringt „Inneres Ensemble“ mit nach Lüdenscheid am 30. Januar 2016. In der kommenden Woche beginnt der Vorverkauf der Karten.

Im Oktober 2014 hat die Schauspielerin, die heute in Darmstadt lebt und arbeitet, das Stück „Inneres Ensemble“ geschrieben. „Ich habe mir die Frage gestellt: Wer bin ich? Und welcher Teil von mir will was sagen? Daraus sind verschiedene Figuren entstanden.“ So sitzt Anouschka Sarafzade auf der Bühne auf ihrem Sofa, und über ihr auf einer Leinwand schwebt ihr inneres Ich, mit dem sie spricht, scherzt, lacht, weint. Jede Figur nutzt die Bühne als Raum für die eigene Darstellung. Jede Figur gibt eine Facette der Künstlerin wieder. Und damit treiben die verschiedenen „Ichs“ die imaginäre Regisseurin des Stücks zur blanken Verzweiflung. Es entstehen Dialoge und Konflikte miteinander, Abschiede, Überwindungen, Freiheiten. Insgesamt neun Szenen zeigt das Zwiegespräch, zusammengesetzt aus verschiedenen Rollen. Aus dem Off kommt dabei immer wieder die Stimme der Regisseurin, die verzweifelt den roten Faden der Geschichte anmahnt.

Mit ihrem Kameramann Sascha Baumann ist Anouschka Sarafzade zwei Jahre lang herumgezogen und hat verschiedene Szenen gedreht, die am Ende über ihrem Kopf über die Leinwand flimmern werden. Die Premiere des Stück fand in Darmstadt statt, seitdem geht die Lüdenscheiderin mit der unterhaltsamen Performance auf Tour. Die Deutschlandtour finanziert sich über Crowdfounding.

Vor zwei Jahren war Anouschka Sarafzade schon einmal in ihrer Heimatstadt zu Gast mit einem Werk aus der eigenen Feder. Damals zeigte sie im Filmpalast an der Werdohler Straße ihren Film „Alisias Reise“, an dem sie vier Jahre gearbeitet hat, eine unkonventionelle Geschichte über Abschied, Leben und Tod. Sarafzade machte ihr Abitur am Bergstadt-Gymnasium und begann ihre Schauspiel-Ausbildung 1989 in Hamburg. „Ursprünglich wollte ich mal Clown werden“, lacht sie. Aber dann verschlug es sie für die weitere schauspielerische Ausbildung ins Studio Dominique De Fazio in Rom. Es folgten verschiedene Rollen und eine neue Heimat in Darmstadt.

Anouschka Sarafzade selbst sieht ihre Zukunft allerdings nicht unbedingt auf den Bühnenbrettern: „Mein Feuer brennt für den Film.“ Auf ihren Auftritt in Lüdenscheid freut sie sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare