Lüdenscheider wollen gastfreundlich sein

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Superintendent Klaus Majoress (Mitte) formulierte das Gebet im Anschluss an das Gespräch zwischen Monika Deitenbeck-Goseberg und Dieter Dzewas.

Lüdenscheid - Auf die Frage, wie Christen mit Fremden umgehen sollten, gibt es für Johannes Broxtermann, Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Medardus, nur eine Antwort: „Gastfreundlich.“ Mit Überlegungen über die besondere Beziehung von Christen zu Menschen auf der Flucht leitete Broxtermann den überkonfessionellen Gebetsabend am Mittwochabend im Bürgerforum des Rathauses ein.

Seit einigen Jahren ist diese Veranstaltung eine feste Institution im Programm der Allianzgebetswoche der Evangelischen Allianz. Schon im vergangenen Jahr war der Umgang mit Fremden, mit Menschen auf der Flucht das Thema. Der Abend stand diesmal unter der Überschrift „Aufnehmen – Annehmen“. Die evangelische Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg, die die Veranstaltung gemeinsam mit Bernd Hartmannsberger moderierte, machte deutlich, dass das Thema für 2015 noch viel aktueller ist als vor einem Jahr. Sie verwies unter anderem darauf, dass die Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt bis auf den letzten Platz gefüllt seien. Sie erzählte aber auch, dass Michael Wirth, der vor einem Jahr über seine Arbeit berichtet hatte, inzwischen ganz beeindruckt sei von den vielen einzelnen Menschen, die in der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werks anriefen und ganz praktisch fragten, wie sie den Flüchtlingen helfen könnten.

Einen besonderen Eindruck bei den rund 200 Teilnehmern des Gebetsabends hinterließ Khunar Omer. Die junge Frau kam vor einem Jahr mit ihrer Familie nach ihrer Flucht aus Syrien nach Lüdenscheid. Christian Miß, der als Mitarbeiter des Fachbereichs Soziale Dienste bei der Stadt unter anderem die Flüchtlinge betreut, hatte Khunar Omer zu sich auf das Podium geholt, damit sie erzählt, wie gut ihr die Unterstützung getan hat, die sie in Lüdenscheid von vielen Seiten erfahren hat – auch von Nachbarn in ihrer Unterkunft. Die junge Frau sprach deutsch – eine Sprache, von der sie vor einem Jahr noch kein Wort verstand.

Die Gebetsanliegen, die neben Christian Miß Bürgermeister Dieter Dzewas und der erste Beigeordnete der Stadt, Thomas Ruschin, formulierten, betrafen vor allem den Wunsch nach einer offenen und herzlichen Willkommenskultur. Dzewas und Ruschin wünschten sich darüber hinaus Patenschaften von Lüdenscheidern für Flüchtlingsfamilien. Ruschin, der erst vor einigen Monaten aus Berlin in die Bergstadt zog und dessen Familie gerade erst nachgezogen ist, dürfte manchen Lüdenscheider überrascht haben, als er von der Herzlichkeit berichtete, mit der er empfangen wurde. „So wie die Lüdenscheider mir bislang begegnet sind, habe ich überhaupt keine Bange, dass wir in dieser wunderschönen Stadt dem Thema begegnen können.“ - Von Bettina Görlitzer

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